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19.07.2011

16:07 Uhr

Hauptschule

SPD und CDU einigen sich auf Schulkonsens in NRW

Lange standen sich Rot-Grün und die CDU in der Bildungspolitik unversöhnlich gegenüber. Nun haben sie sich in Nordrhein-Westfahlen offenbar auf einen bemerkenswerten Kompromiss geeinigt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU, vorne r.) mit der nordrhein-westfählischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD, vorne l.). Quelle: dapd

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU, vorne r.) mit der nordrhein-westfählischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD, vorne l.).

DüsseldorfNach monatelangem Streit haben sich die rot-grüne Minderheitsregierung und die CDU-Opposition auf einen Kompromiss zur Zukunft des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen geeinigt. Die rot-grüne Minderheitsregierung einigte sich am Dienstag mit der CDU-Opposition auf die Einführung einer neuen Sekundarschule. Damit bleibt es beim gegliederten Schulsystem. Zuvor hatte es wochenlange Geheimverhandlungen gegeben.

„Wir haben einen Schulfrieden für die nächsten 12 Jahre geschlossen“, sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Bei dem Kompromiss hätten beide Seiten „Kröten schlucken müssen“. Gewinner seien die Schüler, Lehrer, Eltern und Kommunen. NRW habe nun einen „guten und langfristigen Schulkonsens“, sagte auch der CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen.

Der Plan sieht vor, dass die CDU auf die von ihre geplante Verbundschule verzichtet. Zudem sind die Christdemokraten bereit, die Garantie der Hauptschule aus der NRW-Verfassung zu streichen. Rot-Grün wird die Gemeinschaftsschule nicht wie geplant umsetzen.

Beide Seiten vereinbarten, dass das gegliederte Schulsystem dann bis 2023 nicht mehr angetastet werden soll. Die neue Sekundarschule ermöglicht ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler in den Klassen 5 und 6. Dabei sollen auch gymnasiale Standards im Unterricht gelehrt werden. Ab Klasse 7 ist integriertes Lernen weiter möglich.

Im Unterschied zur Gemeinschaftsschule wird die Sekundarschule keine Oberstufe haben. Die neue Schulform soll jedoch mit Gymnasien oder Gesamtschulen kooperieren.

Bereits am Mittwoch (20. Juli) sollen die Grundzüge des Konzepts per Entschließungsantrag im Landtag gebilligt werden. Die Fraktionen von CDU und SPD hatten den Kompromiss jeweils einstimmig bei zwei Enthaltungen verabschiedet. Bei den Grünen gab es ein einmütiges Ja.

Kommentare (1)

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19.07.2011, 18:25 Uhr

Was nützen denn ständig neue Schulformen, wenn das Niveau derart nach unten abgesenkt wird, dass unsre Kinder die Schule als geistige Tiefflieger verlassen.
Man muß doch nur mal mit einem heutigen Abiturienten sprechen, da zieht es einem ja die Schuhe aus.
Und wenn selbst ein Realschüler sogar mit guten Noten, nicht ausbildungsfähig ist, dann stimmt ja wohl was nicht und das ändert auch eine neue Schulform nicht
Da ist doch Allgemeinwissen überhaupt nicht mehr vorhanden.
Der Erfolg wird sein, dass sich noch mehr Privatschulen bilden.

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