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14.03.2014

14:47 Uhr

Hauptstadt-Flughafen BER

Bund erhöht Druck auf Mehdorn

Wann der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen kann, ist wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen weiter ungewiss. Der Bund verlangt von Flughafenchef Mehdorn, endlich Termine zu nennen.

Staatssekretär Rainer Bomba erhöht den Druck auf Hartmut Mehdorn (re.), Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft. dpa

Staatssekretär Rainer Bomba erhöht den Druck auf Hartmut Mehdorn (re.), Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft.

BerlinDer Bund erhöht den Druck auf den Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, einen Eröffnungstermin für das Milliardenprojekt zu nennen. „Ich bin ungeduldig und ich bin auch etwas sauer“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) am Freitag vor einer Sitzung des Projektausschusses. „Ich brauche keine Nebenkriegsschauplätze, ich brauche Fortschritt, ich brauche Termine und ich brauche Kosten“, sagte Bomba. „Herr Mehdorn hat uns versprochen, dass das in den nächsten Tagen kommt.“ Der Projektausschuss des Aufsichtsrats trat am Freitag zusammen, um über den Fortgang des problembeladenen Flughafenneubaus zu beraten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stärkte Mehdorn abermals den Rücken. „Herr Mehdorn hat seine Position und die hat er vertreten. Insofern kämpft er für die Interessen des Flughafens“, sagte Wowereit und bezog sich auf den Widerstand des Flughafenchefs gegen ein strikteres Nachtflugverbot. „Da hat er die volle Unterstützung des Landes Berlin und auch des Bundes. Insofern ist da ein Einklang.“

Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen ist ein Eröffnungstermin für den neuen Flughafen weiter ungewiss. Der federführende Architekt Hans-Joachim Paap sieht die „kleinteilige Auftragsvergabe“ und zahlreiche Planungsänderungen als Hauptgründe für die jahrelangen Verzögerungen an dem Bau.

„Die Hauptverantwortung für das Desaster liegt bei der Flughafengesellschaft“, sagte Paap am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Sie habe schon im April 2008 gewusst, „dass der Eröffnungstermin im Oktober 2011 nur mit unkonventionellen und risikobehafteten Maßnahmen einzuhalten war“. Paap war nach der geplatzten Eröffnung 2012 entlassen worden, arbeitet jetzt aber als Berater für den seit einem Jahr amtierenden Geschäftsführer Hartmut Mehdorn.

Bomba sagte, bei Mehdorns Amtsantritt habe einiges im Argen gelegen. Nun habe der frühere Bahnchef aber ein Jahr Zeit gehabt. „Herr Mehdorn ist wirklich ein exzellenter Manager. Aber er muss jetzt auch klar und deutlich machen, wo seine Erfolge liegen.“ Die Firma Siemens könne seit Monaten nicht mit dem Umbau der Brandschutzanlage beginnen, weil der Flughafen noch nicht alle Pläne geliefert habe.

Ein Flughafensprecher betonte dagegen: „Siemens arbeitet bereits.“ Das Unternehmen muss im Terminal unter anderem mehr als 90 Kilometer Kabel neu verlegen. Ein Siemenssprecher teilte mit, für die ersten Segmente lägen Pläne vor, die das Unternehmen jetzt für seine Arbeiten nutzen könne. „Wir bleiben aber auch weiterhin vom fristgerechten Abschluss von Arbeiten Dritter abhängig.“ Darunter fällt etwa das Öffnen von Wänden.

Diskutiert wird derzeit auch, den alten Flughafen Schönefeld weiter zu betreiben, wenn vom Neubau geflogen wird. „Wenn der BER eröffnet, werden wir jährlich 27 Millionen bis 28 Millionen Fluggäste haben. Dann wäre das neue Terminal voll ausgelastet - ob zu 99, zu 100 oder zu 105 Prozent, spielt da nicht die Rolle“, sagte Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) der „Berliner Zeitung“ (Freitag).

Von

dpa

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