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23.02.2017

15:30 Uhr

Hauptstadtflughafen

Der Nächste, bitte!

VonSilke Kersting

Das Chaos wird dem Nächsten übergeben: Jörg Marks, bisheriger Technikchef am Berliner Flughafen, muss gehen. Christoph Bretschneider übernimmt. Die Übersicht auf der Baustelle ist lange verloren gegangen. Ein Kommentar.

Karsten Mühlenfeld, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Flughafens Berlin-Brandenburg, kann sich keine weiteren personellen Fehlgriffe leisten. dpa

Alles im Griff?

Karsten Mühlenfeld, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Flughafens Berlin-Brandenburg, kann sich keine weiteren personellen Fehlgriffe leisten.

BerlinJörg Marks gehört zu denjenigen Managern auf der Baustelle, die angetreten waren, das Projekt zu Ende zu bringen. Jetzt muss er gehen, wie auch andere vor ihm – ohne dass der neue Berliner Hauptstadtflughafen fertig gestellt ist. 2014 war der langjährige Siemens-Manager von Ex-Flughafenchef Hartmut Mehdorn als Technikchef geholt und als Hoffnungsträger gefeiert worden – vorbei. Die Probleme mit der Brandschutzanlage mag er in den Griff bekommen haben, doch der Überblick über die Gesamtbaustelle ist ihm dabei offenbar verloren gegangen.

Die zuletzt aufgetretenen Probleme mit den automatisch betriebenen Türen, mit der Sprinkleranlage – all das hätte einem Bauleiter nicht passieren dürfen, nicht beim Berliner Flughafen, wo es darauf ankommt, wirklich alle Energie dranzusetzen, aus der Baustelle endlich einen funktionierenden Flughafen zu machen.

BER-Technikchef entlassen: Bauleiter Marks ist seinen Job los

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Bauleiter Marks ist seinen Job los

Der BER bekommt den vierten Bauleiter in fünf Jahren: der einstige Hoffnungsträger Jörg Marks muss wegen Verzögerungen beim Eröffnungstermin gehen. Ein Nachfolger steht schon fest.

Nur: Wer eigentlich hat noch die Übersicht über die Baustelle, wo sich das Management seit Jahren durch anhaltende Erfolglosigkeit einen Namen macht? BER-Flughafenchef Karsten Mühlenfeld, der Marks mit sofortiger Wirkung entlassen hat? Auch Mühlenfeld, ein Ingenieur, wurde von den neuerlichen Problemen auf der Baustelle überrascht und setzt jetzt auf den früheren Geschäftsführer der DB ProjektBau GmbH und Ex-Siemens-Manager Christoph Bretschneider. Der Ingenieur, derzeit als Unternehmensberater tätig, gibt im sozialen Netzwerk Xing an, „Krisenprojekte, die gerettet werden müssen“, zu suchen.

Da ist er doch beim Berliner Flughafen genau richtig. Das Problem ist nur, der Neuzugang hat nicht viel Zeit, sich einen Überblick über die Baustelle zu verschaffen und dem nervösen Aufsichtsrat endlich einen plausiblen Eröffnungstermin zu nennen. Dem Steuerzahler ist das Unternehmen das allemal schuldig. Mühlenfeld hat sich mit dem Personalwechsel nur wenig Luft verschafft. Einen Fehlgriff kann er sich nicht leisten – dann dürfte es für ihn selber auf der Baustelle zu Ende sein.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.02.2017, 15:39 Uhr

Wie hießen noch diese Spitzenfachkräft von der SPD, die den BER als Projekt selbst managen wollten....hhhmmm...Wowereit und Platzek....wenn ich mich nicht irre....wo sind die überhaupt abgetaucht?
Typisch Politik...typisch SPD...wenn es brennt ist von denen keiner mehr zu sehen.

elly müller

23.02.2017, 16:01 Uhr

Wenn man den Zustand Deutschlands beschreiben müsste, dann wäre der unfertige Flughafen BER ein gutes Beispiel für ein komplettes Versagen!

Reißt das Teil endlich ein und hört auf noch mehr Steuergelder zu verpulvern! Wann werden endlich die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen?????

Jeder Politiker kann tun und lassen und Geld verschwenden ohne irgendwelche Konsequenzen für ihn. Dafür gibt es dann laufend steigenden Bezüge! Ja wo gibt es denn noch so was?

Rainer von Horn

23.02.2017, 16:01 Uhr

Ich habe die Umwidmung schon mal vorgeschlagen und wiederhole das hier: macht aus dem BER ein Flüchtlingslager mit angeschlossener Cart Bahn. Unter Auflagen kann man vielleicht auch Modelflugzeuge abheben lassen.

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