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13.12.2012

15:05 Uhr

Hauptstadtflughafen

Wowereit will Eröffnungstermin nicht garantieren

Berlins Bürgermeister Wowereit will keine Garantie für die Eröffnung des Haupstadtflughafens im Oktober 2013 geben. Es gebe weiterhin „riesige Probleme". Neben dem Brandschutz macht auch die Finanzierung Schwierigkeiten.

Wegen andauernden Verhandlungen mit den Baufirmen wurden die Bauarbeiten am Flughafen Schönefeld in wesentlichen Bereichen noch nicht wieder aufgenommen. dpa

Wegen andauernden Verhandlungen mit den Baufirmen wurden die Bauarbeiten am Flughafen Schönefeld in wesentlichen Bereichen noch nicht wieder aufgenommen.

BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will den für den 27. Oktober 2013 geplanten Eröffnungstermin des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld nicht fest zusagen. Angesichts der noch anstehenden „riesigen Probleme" könne heute „keiner eine Garantie abgeben", sagte Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

In wesentlichen Bereichen wie der Brandschutzanlage hätten die Bauarbeiten noch nicht wieder aufgenommen werden können, räumte Wowereit ein. Er hoffe, dass die vertraglichen Vereinbarungen mit den betroffenen Baufirmen in den nächsten Tagen zum Abschluss gebracht werden und die Arbeiten dort bis Mitte Januar beginnen könnten.

Ab Juni müssten dann umfangreiche Tests die Funktionsfähigkeit aller Bereiche unter Beweis stellen. Letztendlich könne der Airport nur an den Start gehen, wenn die Behörden die Betriebsgenehmigung erteilen.

Erst gestern hatte die EU-Kommission ein 1,2 Milliarden Euro großes Beihilfepaket für den Hauptstadtflughaufen genehmigt. Trotzdem gibt es bei der Finanzierung des Hauptstadtflughafens immer noch Unsicherheiten. Nach Angaben des Berliner Bürgermeisters Wowereit benötigt die Flughafengesellschaft bis zum 3. Januar 325 Millionen Euro.

Am Mittwoch räumte Wowereit vor dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses ein, dass die bislang bekannten Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro für den Flughafen im schlimmsten Fall nicht ausreichen. Dieser "worst case" könne durch bevorstehende Gerichtsbeschlüsse mit noch strengeren Auflagen zum Lärmschutz als bisher eintreten. Das Mehrkostenbudget bezeichnete Wowereit als eng. Es gebe nicht mehr viel Puffer.

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Hintergrund der Debatte sind kürzlich genannte Zusatzkosten von bis zu 250 Millionen Euro aus Nachforderungen von Bau-Firmen an die Flughafengesellschaft. Sie zehren Reserven auf, die in den prognostizierten Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro eingestellt wurden. Die Reserven könnten Wowereit zufolge bereits im Jahr 2013 angegriffen werden.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Beobachter

13.12.2012, 15:46 Uhr

Wenn ich daran denke, was der Untersuchungsausschuss bisher über diese Vollkatastrophe BER herausgefunden hat und noch herausfinden wird, wundert mich nichts mehr. Besonders widerlich ist, dass jetzt das große Jammern über fehlendes Geld einsetzt.
Die Verantwortlichen, allen voran der Partymeister, tun immer so, als ginge sie das alles nichts an und die Baufirmen hätten die Schuld an diesem Murks.
Stoppt diesen BER-Wahnsinn und baut nochmal neu und dann richtig dem Bombodrom.

Account gelöscht!

13.12.2012, 16:28 Uhr

Ich habe mal gelernt, dass ein guter Vorstand eigentlich keinen Aufsichtsrat braucht und dass bei einem schlechten ein Aufsichtsrat auch nicht hilft.

Preisfrage: Was ist wenn nun beide schlecht und/oder unqualifiziert sind?

Account gelöscht!

16.12.2012, 22:30 Uhr

Herr Wowereit und alle im BER-Aufsichtsgremium versammelten Herrschaften sollten sich ganz gehörig an alle verfügbaren eigenen Nasen fassen. Während deutsche Bau- und Ingenieurskunst weltweites Ansehen geniesst, bekommt man es im eigenen Land aufgrund Planungsfehlern und Politikgeschachere nicht hin, einen Flughafen zu bauen.

Mein Vorschlag wäre ja, die Herren an die Supermarktkasse zu setzen und die arbeitslosen Schleckerfrauen an die BER-Organisation, mal schauen, wer mehr gestemmt bekäme.

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