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23.03.2006

09:35 Uhr

Haushalt

Bundesländer bauen Defizite allmählich ab

Die Bundesländer haben ihre Haushalte im Jahr 2005 mit einem Defizit von 24,1 Mrd. Euro abgeschlossen. Dies waren 2,9 Mrd. Euro weniger als in den Etats veranschlagt, heißt es im neuen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums.

asr DÜSSELDORF. Die Bundesländer haben ihre Haushalte im Jahr 2005 mit einem Defizit von 24,1 Mrd. Euro abgeschlossen. Dies waren 2,9 Mrd. Euro weniger als in den Etats veranschlagt, heißt es im neuen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Im Vergleich zum Jahr 2004 bauten die Länder ihre Finanzierungsdefizite um rund eine Mrd. Euro ab. Damit sank der Saldo auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000. Im Januar hatte schon der Bund ein überraschend geringes Defizit für das Jahr 2005 gemeldet.

Die Etatlage der Länder entwickelte sich so günstig, weil die Einnahmen zulegten. Sie stiegen um 1,9 Prozent auf 235,4 Mrd. Euro und übertrafen die Haushaltsansätze um 3,2 Mrd. Euro. Die Gesamtausgaben stiegen um 1,3 Prozent auf 259,5 Mrd. Euro. Das waren 0,3 Mrd. Euro mehr als zuvor veranschlagt.

Das mit 6,8 Mrd. Euro höchste Defizit erwirtschaftete das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen; die wenigsten neuen Schulden machte Sachsen mit 203 Mill. Euro. Pro Einwohner gerechnet machte das Land Bremen mit 1604 Euro die meisten neuen Schulden, gefolgt von Berlin mit 954 Euro und dem Saarland mit 859 Euro. Am günstigsten war die Entwicklung in Sachsen mit einem Pro-Kopf-Defizit von 47 Euro, gefolgt von Hessen und Bayern mit rund 97 Euro. Der Bundesschnitt lag bei knapp 300 Euro pro Einwohner.

Für das laufende Jahr rechnen Finanzexperten mit weiter sinkenden Defiziten. Kristina van Deuverden vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle schätzt, dass die Länder von insgesamt anziehenden Staatseinnahmen profitieren werden. Dieter Vesper vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erwartet, dass das Finanzierungsdefizit der Länder dieses Jahr auf rund 22 Mrd. Euro sinken könnte.

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