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16.03.2013

16:42 Uhr

Haushaltspolitik

Staat entgehen Milliarden durch Dividenden-Tricks

Dem Finanzministerium sind durch Aktientricks Steuern in Milliardenhöhe entgangen. Banken und Anleger hätten den Staat durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ um 13 Milliarden Euro gebracht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entgehen jährlich Milliarden durch Dividenden-Tricks. dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entgehen jährlich Milliarden durch Dividenden-Tricks.

FrankfurtBanken und Anleger haben den deutschen Staat mit trickreichen Aktiengeschäften eines Zeitungsberichts zufolge um Milliardenbeträge gebracht. Fachleute gingen davon aus, dass dem Fiskus durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ 13 Milliarden Euro allein im Jahr 2008 entgangen seien, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf einen Brief des Finanzamtes Wiesbaden II an das hessische Finanzgericht. Nach „konservativen Schätzungen“ gehe es immer noch um einen hohen einstelligen Milliardenbetrag, heiße es in dem Briefwechsel der Finanzverwaltung. Finanzamt wie Finanzgericht waren am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im November hatte die Staatsanwaltschaft die HypoVereinsbank wegen der Dividenden-Tricks durchsuchen lassen. „Es geht um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Günter Wittig damals. Nach Angaben der HVB bezogen sich die Ermittlungen auf Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft hatte gesagt, die HVB sei wohl nicht die letzte Bank, die von Ermittlungen zum „Dividenden-Stripping“ betroffen ist sei. Denn das Verfahren war lange Zeit weit verbreitet und galt als Steuer-Schlupfloch. Mittlerweile ist es durch strengere Gesetze gestopft. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums prüfen Finanzämter derzeit mehrere Fälle, in denen Aktien vor dem Stichtag leer verkauft wurden. Tatsächlich geliefert werden sie erst danach. Dann lassen sich beide Vertragspartner von der Bank bescheinigen, die Kapitalertragssteuer auf die Erlöse bezahlt zu haben – doch an den Fiskus abgeführt wurde sie nur einmal.

Von

rtr

Kommentare (38)

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Michael

16.03.2013, 17:30 Uhr

Und durch völlig sinnbefreite Grossprojekte, sowie Hilfszahlunge befreit sich der Staat jedes Jahr von hunderten von milliarden Euro.

Da sagt auch keiner was gegen.

heinz

16.03.2013, 17:41 Uhr

In jedes schmutzige Geschäft sind Banken und Reiche verwickelt. Es verblüfft den kleinen Mann schon, das bekannte Steuerschlupflöcher und Steuertricks nicht geschlossen werden und dass es hier immer Bestandsschutz und andere windige Kompromisse gibt. Gesetze gelten anscheinend nur noch für den einfachen Bürger, der keinerlei Lobby besitzt. Pfui Deibel!

Account gelöscht!

16.03.2013, 17:42 Uhr

Ja ehrlich,was soll denn das jetzt?Die bemühen sich die ganze Zeit so darum den Spieß endlich umzudrehen und die Aufmerksamkeit auf Linke "Gutmenschen" und den gierigen Staat zu lenken,und jetzt kommen da wieder welche und decken auf,dass Bankster nicht lernfähig sind,weil man kein Gewissen durch Strafen bilden kann.
Das muss doch wirklich nicht sein.
Laßt die doch mal in Ruhe und schaut wo anders hin!

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