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21.04.2015

17:00 Uhr

Heckler & Koch

„Erhebliche Zweifel“ an G36-Untersuchung

In einem Expertengutachten wird dem G36-Sturmgewehr unzureichende Treffsicherheit bescheinigt. Politiker fordern Nachbesserungen. Der Hersteller zweifelt an der Glaubwürdigkeit der Untersuchung.

Soldaten halten Gewehre vom Typ G36 von Heckler & Koch in den Händen: Das Gewehr wird Fachleute noch einige Zeit beschäftigen. dpa

Standardgewehr G36

Soldaten halten Gewehre vom Typ G36 von Heckler & Koch in den Händen: Das Gewehr wird Fachleute noch einige Zeit beschäftigen.

Oberndorf am NeckarNach einer verheerenden Beurteilung der Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 hat der Hersteller die Untersuchungsmethode kritisiert. Es gebe „erhebliche Zweifel an der technischen Glaubwürdigkeit der Versuchsdurchführung und der hieraus abgeleiteten Schlüsse“, teilte der Waffenproduzent Heckler & Koch (H&K) am Dienstag in Oberndorf am Neckar mit.

In einem am Freitag vorgelegten Expertengutachten im Auftrag des Verteidigungsministeriums wird dem überwiegend aus Kunststoff bestehenden Gewehr eine unzureichende Treffsicherheit bescheinigt. Bei einer Temperaturveränderung um 30 Grad nahm die Treffsicherheit demnach bis zu einer Quote von nur noch 7 Prozent ab. Gefordert werden von der Bundeswehr 90 Prozent.

Die Mängelliste der Bundeswehr

Kampfhubschrauber

Von den 31 TIGER-Kampfhubschraubern stehen dem Heer derzeit nur 10 zur Verfügung

Transporthubschrauber

Nur 8 von 33 NH90-Transporthubschrauber sind aktuell einsatzbereit

Kampfjets

Der sogenannte Buchbestand an EUROFIGHTER-Kampfjets liegt bei 109, davon sind theoretisch 74 verfügbar, aber nur 42 einsatzbereit.

Marine

Bei der Hubschrauberflotte der Marine sieht es besonders düster aus. Nur 3 von 15 Hubschraubern des Typs SEA KING könnten derzeit abheben. Bei den SEA LYNX sind es 4 von 18.

Fahrzeuge

Bei allem, was Räder hat, sieht es besser aus. Von den 180 gepanzerten BOXER-Transportfahrzeugen könnten aktuell nur 70 in einen Einsatz geschickt werden.

H&K zufolge wurde eine Variante des G36 mit dem Namen MG36 bei den Erprobungen der Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr in Meppen nicht berücksichtigt. Anstatt dieses leichte Maschinengewehr von H&K in den Test einzubeziehen, seien bei den Untersuchungen technisch nicht vergleichbare Gewehre anderer Hersteller verwendet worden, monierte H&K. Verteidigungspolitiker hatten in den vergangenen Tagen Nachbesserungen am G36 oder die Beschaffung eines neuen Gewehrs gefordert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

21.04.2015, 18:57 Uhr

Das G36 ist eine sehr gute Spielzeugwaffe
--------------
Mit ihm wird niemand verletzt. Nach Erwärmung hat es eine Treffergenauigkeit von 7%.
Es besteht weitgehend aus Kunststoff, ist also leicht.

Und dann wurde das G36 auch noch mit Waffen von Wettbewerbern verglichen. Das ist gemein!

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