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05.10.2011

02:14 Uhr

Heikler Bankensektor

Schäuble sieht Gefahr einer europäischen Bankenkrise

In Luxemburg haben sich die Euro-Finanzminister getroffen und heftig über den Bankensektor diskutiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht bedenkliche Anzeichen einer europäischen Bankenkrise.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt vor einer europäischen Bankenkrise Reuters

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt vor einer europäischen Bankenkrise

Brüssel Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor einer europäischen Bankenkrise gewarnt. Die große Sorge sei, dass die „beunruhigenden Entwicklungen an den Finanzmärkten in einer Bankenkrise eskalieren“ würden, sagte Schäuble nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Dienstag in Luxemburg.

Die Minister hätten daher intensiv über die Lage im Bankensektor diskutiert. Es sei vereinbart worden, dass alle Finanzminister beim kommenden Treffen über die Verfassung ihrer Banken und ihre Schritte zur Abwendung einer Krise berichten sollen. Es gelte zu vermeiden, dass die Krise sich über den Bankensektor noch weiter ausweite.

Erst am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Regierungen in Brüssel und Paris die in Turbulenzen geratene französisch-belgische Bank Dexia notfalls mit einer Staatsgarantie absichern wollen - auch aus Angst vor einer europaweiten Bankenkrise. Die Märkte reagieren panisch, die Aktien des Finanzinstituts brachen zeitweise um knapp 40 Prozent ein. Dexia hatte schon im Zuge der letzten Finanzkrise 2008 staatliche Hilfe gebraucht.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

05.10.2011, 04:25 Uhr

Es wäre ja interessant gewesen, wenn das HB hier erläutern würde, weshalb die Dexia in Turbulenzen gerät.

Aus anderen Quellen, z. B. hier: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/belgisch-franzoesische_dexia_am_abgrund_1.12825451.html erfährt man, daß die Dexia in großem Stil die Finanzierung staatlicher Sektoren über Fristentransformationen betreibt. Offenbar waren hier Wertberichtigungen erforderlich.

Pikant wird die Angelegenheit, wenn nun der Staat Garantien, Bürgschaften, Stützungskäufe o.ä. für die Dexia ins Auge faßt. Damit werden staatliche Schuldner zu den 'Rettern' ihrer eigenen Schuldenberge.

Obgleich die Dexia möglicherweise bei Kurzfristabdeckung von Langfristkrediten etwas sorglos gewesen sein mag (darüber sind schon 2008 irische Institute gestolpert), so bleibt im Kern der Vorwurf im Raum, daß Bedenken an der Bonität von staatlichen Schuldnern durch sie selbst ausgelöst wurden. Und nun wollen die Schuldner dies heilen - wer soll ihnen das glauben.

Account gelöscht!

05.10.2011, 05:52 Uhr

Welch grossartige Erkenntnis von Schaeuble.

Ein nicht unerheblicher Teil der Staatsschulden wird von den Banken gehalten. Und wenn diese Schulden der Staaten nicht bezahlt werden, dann gehen nicht die Staaten leer aus (die hatten das Geld ja), sondern die Banken. Oder, Herr Schaeuble? Wahnsinnig genial was Sie soeben erkannt haben.

Notarzt

05.10.2011, 08:21 Uhr

Es muss mal gesagt werden!!! Der Schäuble Wolfgang ist ein kluger Kopf. Stell sich einer vor, er warnt uns vor einer Bankenkrise. Mich haut´s glatt um.

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