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05.10.2014

18:01 Uhr

Helmut Kohl vs. Heribert Schwan

Altkanzler geht gegen Buch seines Ex-Biografen vor

Altkanzler Helmut Kohl geht einem Medienbericht zufolge juristisch gegen die Veröffentlichung eines neuen Buches seines Ex-Biografen Heribert Schwan vor. Der Streit dreht sich um die Nutzung von alten Tonbändern.

Kohl will am Mittwoch persönlich die Neuausgabe seiner Erinnerungen auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen. dpa

Kohl will am Mittwoch persönlich die Neuausgabe seiner Erinnerungen auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen.

München/HamburgAltkanzler Helmut Kohl (CDU) geht nach „Focus“-Informationen erneut juristisch gegen seinen früheren Biografen Heribert Schwan vor. Kohl habe seine Anwälte beauftragt, die Veröffentlichung eines neuen Buches von Schwan zu stoppen, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Grund des Streits sei der Verdacht, Schwan habe für die Publikation jene 200 Tonbänder aus Gesprächen mit Kohl verwertet, deren Nutzung ihm nach seinem Bruch mit dem Altkanzler vom Oberlandesgericht Köln im August untersagt wurde. Kohl wollte sich demnach zum Verfahren nicht äußern.

Laut „Spiegel“ soll Kohl in Gesprächen mit seinem Ghostwriter Schwan zum Teil drastisch mit seinen Parteifreunden abgerechnet haben. Kohl klagte demnach in deutlichen Worten über CDU-Politiker wie Kanzlerin Angela Merkel, den früheren Bundesminister Norbert Blüm oder den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff.

Schwan hatte in den Jahren 2001 und 2002 insgesamt 630 Stunden Gespräche aufgezeichnet, die er mit Kohl in dessen Haus in Oggersheim geführt hatte. Sie dienten Schwan bei der Abfassung der Kohl-Memoiren. Nach seinem schweren Treppensturz 2008 musste Kohl die Arbeit mit Schwan an der Biografie unterbrechen. Im März 2009 kündigte der Altkanzler schließlich die Zusammenarbeit mit dem Journalisten auf.

Dem „Focus“ zufolge will Kohl am Mittwoch persönlich die Neuausgabe seiner Erinnerungen auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Günther Schemutat

06.10.2014, 08:36 Uhr

Das Kohl über Angela Merkel sagte , dass sie nicht mit Messer und Gabel essen konnte, ist doch nicht verwunderlich.

Wer intensiv im Osten politisch aktiv war , hat schliesslich mit Hammer und Sichel standesgemäss gegessen.

Das Wulff von Kohl als Verräter bezeichnet wird können sicher viele Leute unterschreiben. Also nichts aufregendes, außer das
wir schnell wach werden sollten und über Politiker nachdenken,die alles wollen nur nichts gutes für uns.

Der Hofstaat ist voll davon gepaart mit unfassbarer unkenntnis der Materie die von denen gegen viel Geld verwaltet wird.

Die BW als allerschlechtestes Beispiel vergangener Minister.

Herr Jens Muche

06.10.2014, 13:29 Uhr

Wenn Kohl, wie in der Presse zu lesen war, Wulff als Verräter bezeichnet, wie würde er sich denn, bei eigener Betrachtung, bezeichnen?
Zitat: „Die europäische Integration Deutschlands muß unumkehrbar sein.“ Wer hat hier wen verraten?

Herr Manfred Zimmer

06.10.2014, 17:36 Uhr

"Altkanzler geht gegen Buch seines Ex-Biografen vor"

Das sollte er nur dann machen, wenn er den Verkauf des Buches ankurbeln will.

Bekanntlich werden die Bücher von/über andere Politiker (oder es sein wollen) nach wenigen Monaten bereits für 4,95 € im Buchladen als Ladenhüter angepriesen.

Viele sprechen Kohl die Eignung ab, aber in vielen Punkten, die jetzt bekannt wurden, hatte er schon damals das richtige Näschen.

Was er über Angela Merkel sagt, mag zwar zutreffen, aber seine Tischmanieren waren 1972 als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz auch nicht viel besser (Stichwort: Suppe essen).

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