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26.03.2006

20:55 Uhr

Herbe Niederlage

CDU-Vize Böhr wird zur tragischen Figur

Der rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Christoph Böhr hat sich gegen viele Widerstände immer wieder nach vorn gekämpft - und ist letztlich doch gescheitert. Jetzt gibt er auf. Kaum einer glaubt jetzt noch an seine Rückkehr.

Der Spitzenkandidat der CDU bei den Landtagswahlen in Rheinland Pfalz Christoph Boehr bei Bekanntgabe seines Abtritts. Foto: AP

Der Spitzenkandidat der CDU bei den Landtagswahlen in Rheinland Pfalz Christoph Boehr bei Bekanntgabe seines Abtritts. Foto: AP

HB BERLIN. Er werde sowohl vom Landesvorsitz als auch von der Führung der Mainzer CDU-Landtagsfraktion zurücktreten, sagte Böhr am Sonntagabend nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. "Klar ist, dass ich die persönliche Verantwortung trage." Damit kam der 52-Jährige einer Demontage im Landesverband zuvor, die sich angesichts der schwachen Umfragewerte bereits intern angekündigt hatte. "Dass Böhr gehen muss, ist klar - unklar ist nur, wann der Stabwechsel stattfindet", hatte es aus der CDU-Landtagsfraktion geheißen.

Nach einer Umfrage für das ZDF waren 42 Prozent der CDU-Anhänger im Land der Meinung, dass ihre Partei ohne Böhr an der Spitze besser abgeschnitten hätte. Böhr fuhr nach Hochrechnungen mit rund 32 Prozent nach 2001 (35,3) erneut ein historisch schlechtes Ergebnis für seine Partei bei Landtagswahlen im strukturkonservativen Stammland Helmut Kohls ein.

Ende einer schwierigen Spitzenkandidatur

Böhr habe bisher allein davon profitiert, dass es keine zwingende personelle Alternative zu ihm gebe, sagt ein Weggefährte. Im Landesverband setzten viele darauf, dass Böhr selbst die Reißlinie zieht und seinen Rückzug anbietet. "Niemand kann sich vorstellen, dass er ein drittes Mal antritt - auch er selbst nicht", sagt ein hochrangiger Vertreter. Schon auf der Sitzung des Landesvorstands am Montagabend dürfte die Nachfolgefrage angeschnitten werden.

Die neuerliche Schlappe gegen den populären Ministerpräsidenten und SPD-Spitzenkandidaten Kurt Beck markiert den vorläufigen Tiefpunkt in der Karriere Böhrs, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU ist. Schon der Streit um seine Nominierung zum Spitzenkandidaten glich einem Debakel für den Philosophen aus Trier, der über die Jahre in der Opposition ergraut ist.

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