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04.04.2012

00:22 Uhr

„Herdprämie“

Migranten springen Betreuungsgeldgegnern bei

Angela Merkel hat sich klar dafür ausgesprochen, Eltern finanziell zu unterstützen, wenn sie Kleinkinder privat betreuen. Doch in der Union regt sich Widerstand. Ihm schließt sich ein ungewohnter Verbündeter an.

Der Widerstand gegen die so genannte Herdprämie wächst. dpa

Der Widerstand gegen die so genannte Herdprämie wächst.

BerlinGegen das umstrittene Betreuungsgeld regt sich nun auch Widerstand seitens Migrantenverbänden. „Wir sind grundsätzlich gegen das Betreuungsgeld“, sagte Berrin Alpbek, Bundesvorsitzende der Föderation türkischer Elternvereine, der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch.

Sollte es doch zu einer Einführung der Zahlung kommen, dürfe das Betreuungsgeld keinesfalls bar, sondern nur zweckgebunden, etwa in Form von Gutscheinen, ausgezahlt werden. Das Geld müsse dort ankommen, „wo es hingehört: bei den Kindern“, sagte Alpbek demnach.

Das Betreuungsgeld ist für Eltern vorgesehen, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen oder dies privat organisieren wollen. Bei der FDP ist die vor allem von der CSU geforderte Leistung schon länger umstritten, Ende vergangener Woche hatten zudem mehrere Unionsabgeordnete in einem Schreiben mit einem Nein im Bundestag gedroht.

Betreuungsgeld-Debatte wächst sich aus

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Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verlangte ebenfalls, auf das Projekt zu verzichten. „Solange der Ausbau der Kindergartenplätze nach wie vor unterfinanziert ist, sollten zusätzliche Mittel besser dafür eingesetzt werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg Handelsblatt Online.

Die Kosten für das Betreuungsgeld, das auch unter dem Stichwort „Herdprämie“ diskutiert wird, drohen laut „Financial Times Deutschland“ deutlich höher auszufallen als bislang angenommen. Demnach könnten jährlich Eltern von rund 1,1 Millionen Kindern die geplante Barzahlung in Anspruch nehmen - rund 445 000 mehr als nach Kalkulation der Regierung. So gehe das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim) von Kosten in Höhe von rund 2 Milliarden jährlich aus, da nicht genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stünden.

Kommentare (11)

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so_what

04.04.2012, 02:11 Uhr

Armes Merkel, liegt meist daneben, am Volk vorbei. Die Umfrage bei n-tv sagt: 81 % dagegen.
Sie scheint ein Problem zu haben, noch reale Erkenntnisse , oder ihre Zuarbeiter teilen ihr das nicht mit, daß im Volk eine andere Denke vorherrscht.

hartmut.w.gloeckner

04.04.2012, 08:18 Uhr

Würde doch dieses Geld, und 150,-- € sind sehr viel Geld, für die Grundaus- und Weiterbildung unserer Kinder genutzt, käme es der Forschung für diese Ernährer ihrer Familien und der Volskwirtschaft effektiver zu gute.

WPPJ

04.04.2012, 09:00 Uhr

Es ist unteranderem der Offenbarungseid der Politik, dass die Kita`s Ganztags nicht realisiert werden. Es ist verschoben auf die Eltern die dann den Kindergarten zuhause uebernehmen. Nur bei Geringverdienern, wer kann es sich leisten zuhause zu beleiben.
Wir punpen Geld in der Markt fuer Kinder haben aber dadurch keine erhoeten Geburten. Das Kindergeld legen reiche Leute an, und mit 20 Jahren studiert das Kind mit Steuergeldern kostenfrei. Das nennt man dann Sozialpolitik. Der Geringverdiener schaut dabei in die Roehre. Oesterreich hat sogar die Zeugungspraemie von 5000 DM nach kurzer Zeit wieder eingestellt, da signifikanter Weise keine Mehrgeburten zu verzeichnen waren.
Entweder uebernimt der Staat die Finanzierung wie Frankreich der Kika`s oder es beleibt eine never ending story.
Frankreich uebernimt die Zahlung von den Kika`s hat dadurch eine Geburtenqoute von 1,98 Kind pro Frau, in Deutschland 1,35 im Schnitt, und D ueberaltert weiterhin.

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