Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.11.2014

16:24 Uhr

Hermann Gröhe

Rückschlag auf dem Weg zum CDU-Präsidium

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat ein Ziel: Er möchte in den inneren Führungszirkel der CDU vordringen. Doch ausgerechnet jetzt erleidet Gröhe am Niederrhein ein Niederlage.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Abstimmung um den Vorsitz des CDU-Bezirks Niederrhein knapp verloren. Was bedeutet das für sein Weiterkommen ins CDU-Präsidium? dpa

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Abstimmung um den Vorsitz des CDU-Bezirks Niederrhein knapp verloren. Was bedeutet das für sein Weiterkommen ins CDU-Präsidium?

Düsseldorf/BerlinGut, das Ergebnis war knapp. Mit 44 zu 41 Stimmen unterlag Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings, bei einer Kampfabstimmung um den Vorsitz des CDU-Bezirks Niederrhein. Doch es bleibt ein Rückschlag für Gröhe beim Versuch, in den inneren Führungszirkel der Partei vorzustoßen.

Gröhe wurde in der Nachfolge für den ehemaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla zunächst als Favorit gesehen. Der Schwenk hin zu Krings könnte mehrere Ursachen gehabt haben. Krings soll, wie die „Rheinische Post“ (Samstag) unter Berufung auf Beobachter schreibt, eine bessere Bewerbungsrede gehalten haben als der in der Öffentlichkeit manchmal etwas spröde wirkende Gröhe.

Beim einen oder anderen Delegierten dürfte bei der Entscheidung noch der unschöne Abgang von Pofalla zur Deutschen Bahn vor fast einem Jahr nachgewirkt haben. Möglicherweise sprach dies für manchen Unentschiedenen eher gegen den Minister als gegen denn Staatssekretär. Vielleicht hatte der Minister auch schlicht zu wenig Zeit für den Wahlkampf. Vom politischen Profil her gelten beide als konservativ. Da könnte auch das Argument Verjüngung eine Rolle gespielt haben. Krings ist 45, Gröhe 53.

Der CDU-Bezirk Niederrhein versucht nach Gröhes Niederlage zu beruhigen. Geschäftsführer Manfred Lorenz sagte der dpa: „Man muss sehen, es sind beide sehr profilierte Politiker, der eine ist Bundesminister, der andere Parlamentarischer Staatssekretär. Das hat mit Unzufriedenheit nichts zu tun.“ Das sei keine Entscheidung gegen Hermann Gröhe gewesen, sondern für einen anderen.

Krings war nach seiner Wahl umgehend bemüht, endlich wieder Ruhe und Frieden in den CDU-Bezirk zu bringen. Er schlug Pofalla - trotz des Unmutes über ihn vor Jahresfrist - zum Ehrenvorsitzenden des Bezirks vor, was einstimmig angenommen wurde. Und Gröhe sicherte er die volle Unterstützung des Bezirks bei dessen Bewerbung um einen Sitz im Präsidium der Bundespartei zu. Geschäftsführer Lorenz bekräftigte am Samstag: „Ich bin sicher, dass der Bezirk Hermann Gröhe bei der Wahl zum Präsidium geschlossen unterstützen wird.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×