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29.01.2012

17:08 Uhr

Hessens Ministerpräsident

Bouffier lehnt Finanztransaktionssteuer ab

VonDonata Riedel

ExklusivAuf Euro-Ebene wird derzeit heftig über eine Finanztransaktionssteuer diskutiert. Hessens Ministerpräsident Bouffier setzt sich für eine Alternative ein: eine Börsenumsatzsteuer nach britischem Vorbild.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) setzt sich für eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild ein. dpa

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) setzt sich für eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild ein.

WiesbadenIn der Debatte um die Besteuerung von Transaktionen an den Finanzmärkten schaltet sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ein und wirbt für das Modell der britischen Börsenumsatzsteuer. „Interessanter finde ich die Variante, die London einbezieht, indem wir die dort bereits erhobene Stempelsteuer einführen. Das wäre die Chance, dass zumindest die beiden großen Finanzplätze Europas im Gleichklang bleiben, wenn es schon keine globale Lösung gibt“, sagte der CDU-Politiker.

Er erteilte der diskutierten Finanztransaktionssteuer eine Absage. Sie sei „eine Möglichkeit“, wenn die Geschäfte am Wohnort des Auftraggebers besteuern würden und nicht am Ort der Transaktion. Ein konkretes Modell dafür sei ihm aber nicht bekannt. „So lange wir nicht einen konkreten Vorschlag sehen, bleibe ich dabei: Die Bedenken überwiegen“, sagte der Ministerpräsident.

Deshalb lehnt Bouffier mit Blick auf die Folgen für den Finanzplatz Frankfurt eine Finanztransaktionssteuer ohne Großbritannien ab. Dies wollen hingegen Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy notfalls durchsetzen. „Eine Steuer muss  so ausgestaltet werden, dass die Interessen des Finanzplatz Frankfurts gewahrt werden. Geschäfte dürfen nicht von Frankfurt nach London oder anderswo hin verlagert werden. Ansonsten verlieren wir Arbeitsplätze“, sagte Bouffier.

Dies werde sofort eintreten, wenn der Finanzplatz London nicht in eine europäische Besteuerung einbezogen werde. Die britische Art der Besteuerung von Finanzgeschäften auf die europäische Ebene zu übertragen sei hingegen „ein erster Schritt zu einer europäischen Lösung“, sagte Bouffier. „Dieser Gedanke muss noch intensiver bearbeitet werden“, forderte er. 

Kommentare (8)

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29.01.2012, 17:26 Uhr

Wie kann er als Rechtsverdreher, für die Börsenumsatzsteuer werben?
Hat er überhaupt einen Schimmer von dieser Steuer?
Oder wird er nur als Sprachrohr der Lobby benutzt?
Ich denke er sollte sich um seine Aufgaben als Ministerpräsident kümmern, da hat Er ein weites Feld.
Danke

Account gelöscht!

29.01.2012, 19:33 Uhr

Da scheinen Herrn Bouffier in der Nanosekunde, in der der Computerhandel ja stattfindet eine Idee gekommen zu sein.
Wäre gut, sie im Suff zu ertränken!

Account gelöscht!

29.01.2012, 19:55 Uhr

Hessen, Frankfurt/M, Börse. Klar Bouffier geht es um den Finanzplatz nicht um vernünftige Finanz-Regeln. Neben der Transaktionssteuer wäre es auch eine Überlegung wert, darauf zu bestehen, dass jedes gekaufte Papier mindestens 24 Stunden gehalten werden muß.

Wie sagt doch Warren Buffet: kaufe nichts, was Du nicht in ein paar Jaheren noch besitzen möchtest - oder so.

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