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22.12.2011

15:39 Uhr

Hilmar Kopper

Ex-Deutsche Bank-Chef für mehr Regulierung

„Die Hoffnung auf Anstand reicht nicht immer“, sagte der frühere Deutsche-Bank-Chef Kopper laut einem Vorabbericht des „Spiegel“. Das Geld brauche Gesetze. Diese müssten weltumspannend und auch für Hedegefonds gelten.

Hilmar Kopper dpa

Hilmar Kopper

HamburgDer frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank Hilmar Kopper fordert von der Politik eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte. „Leider ist es heute so: Die Hoffnung auf Anstand reicht nicht immer. Die Akteure brauchen Gesetze. Das Geld braucht Gesetze. Und Gesetze sind Aufgabe des Staates“, sagte Kopper laut einem Vorabbericht vom Donnerstag dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Solche Maßnahmen hätten aber nur einen Sinn, wenn sie weltumspannend beschlossen würden, so Kopper. Zudem müssten sie vor allem auch für Hedgefonds gelten. Noch pessimistischer als für den Euro zeigte sich Kopper für den Dollar. „Europa hat ein Schuldenproblem, die USA dagegen haben dazu ein Problem der Zahlungsbilanz.“

Von

dapd

Kommentare (3)

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Logo23

22.12.2011, 18:33 Uhr

Weltumspannende Lösungen zu fordern, bedeutet, Lösungen zu verhindern. Weltumspannende Lösungen für die Finanzindustrie wird es nie geben, weil die USA und England so etwas niemals mittragen würden. Was Klimaschutz angeht, gibt es auch keine weltweiten Lösung. Hier geht Europa auch voran !

Mazi

22.12.2011, 20:43 Uhr

Es ist schon interessant solche Worte aus so berufenem Mund zu hören.

Folgt man den Medien, gibt es derzeit so viele "große" Prozesse gegen die Deutsche Bank wie nie zuvor. Vielleicht ist es schon mal ein Anfang, wenn er dort anfängt und darauf drängt, die bereits bestehenden Regelungen einzuhalten.

Bevor der Ruf an andere ergeht, sollte geprüft werden, was die "Entscheider" selbst initiieren können. Bevor es einen Ruf nach schärferen Regelungen gibt, geht es zuerst darum, Manager einzustellen, die eine schärfere gesetzlichen Regelung nicht bedürfen. Es kann nicht ernsthaft darum gehen "einen Eiskanal zu bauen", den die Manager "ohne zu bremsen durchfahren" können. Wenn Banken ihrerseits ihre Beteiligung an Hedgefonds, ihre Kreditierung einstellen, wird das schon kurzfristig und nachhaltige Wirkung haben.

Man muss sich vor Augen halten, dass die Vorstände, die Manager in ihre Ämter von "den Koppers" eingesetzt und mit Zielvorgaben gedrängt werden, an die rechtlichen Grenzen zu gehen. Die Forderung nach mehr Regulierung ist dann zu stellen, wenn die anderen "Stellschrauben" versagen oder versagt haben.

Ungeachtet dessen, ist eine bessere Finanzaufsicht der Finanzdienstleister und zwar aller Finanzdienstleister erforderlich. Das kann auch durch fachlichen Besetzung der Behörde zumindest teilweise erreicht werden.

Herr Kopper ist jedoch der falsche Mann, eine derartige Forderung zu stellen. Es ist, als wenn ein Hund einen Wurstladen bewachen könne.

Account gelöscht!

23.12.2011, 14:00 Uhr

Eine Marktwirtschaft braucht Regeln, Regeln an die sich alle halten müssen. Solche Regeln lassen sich nicht auf "freiwilliger" Basis schaffen und erst recht nicht einhalten. Natürlich bedarf es da weltumspannende Regeln. Im "Klimaschutz" da können die in Europa machen was sie wollen, denn so schnell kann sich kaum einer diesen Diktatoren entziehen. Beim Geld ist das anders. Ein Klick und die Kohle ist in, wer weiss wo.

Es ist auch ein Unterschied ob man nun Manager ist oder so wie Kopper an der Seitenlinie steht. Als Manager ist man in einem Raubfischbecken und muss sich durchsetzen, mit den Wölfen heulen. Ist man kein Manager mehr, hat man es viel einfacher. Da sind die Gedanken frei. Und daher sehe ich in Herrn Kopper einen Mann der sich jetzt die richtigen Gedanken machen kann und diese auch öffentlich macht. Wäre Kopper "Lieschen Müller" würde ihm niemand zuhören.

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