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25.11.2016

14:15 Uhr

Hintergrund zum Rentengipfel

Was sich bei der Rente ändert

Die Bundesregierung hat wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Rente beschlossen: Ost-West-Angleichung, Erwerbsminderungsrente, Reform der Betriebsrente und noch mehr. Doch was bedeutet das genau? Ein Überblick.

Bis 2045 sollen nach den Vorstellungen von Arbeitsministerin Nahles die Renten stabil bleiben. dpa

30 Jahre Ruhe

Bis 2045 sollen nach den Vorstellungen von Arbeitsministerin Nahles die Renten stabil bleiben.

BerlinDie Spitzen von CDU, CSU und SPD haben bei einem Treffen mit Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Änderungen im Rentenrecht beschlossen. Unter anderem wurde ein Stufenplan vereinbart, um in sieben Schritten bis 2025 die Ost-Renten auf das West-Niveau anzuheben. Am Freitag stellte Nahles dann ihr Gesamtkonzept zur Alterssicherung vor, das in einigen Punkten über die Beschlüsse hinausgeht. So will die Ministerin für das Rentenniveau eine Untergrenze von 46 Prozent festschreiben und mehr Geld aus Steuern in die Rentenversicherung lenken. Der Überblick:

Die Beschlüsse der Koalition:

  • Ost-West-Angleichung

Ab 2025 soll in ganz Deutschland ein einheitliches Rentenrecht gelten. Für die rund vier Millionen Rentner im Osten bedeutet das stärkere Rentenanhebungen. In sieben Schritten – zusammen mit der jährlichen Rentenerhöhung am 1. Juli – werden ihre Rentenwerte stärker angehoben als von der Lohnentwicklung vorgegeben. Derzeit macht ein Rentenpunkt im Osten mit 28,66 Euro 94,1 Prozent des West-Wertes von 30,45 Euro aus. Ab dem 1. Juli 2024 sollen beide Werte gleich sein. Ein Durchschnittsverdiener sammelt in 45 Arbeitsjahren 45 Rentenpunkte. Gleichzeitig wird die Höherwertung von Ost-Löhnen abgebaut, durch die Ost-Arbeitnehmer bisher für das gleiche Geld mehr Rentenpunkte sammeln können als Beschäftigte im Westen.

Alterssicherung: Nahles will Rentenniveau bis 2045 auf 46 Prozent halten

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Nahles will Rentenniveau bis 2045 auf 46 Prozent halten

Bundessozialministerin Andrea Nahles will das Rentenniveau bis 2045 relativ stabil halten. Auch der Beitragssatz solle in dieser Zeit nicht über 25 Prozent steigen, kündigte Nahles am Freitag in Berlin an.

Finanziert werden soll dies aus Steuermitteln – so sieht die Vereinbarung zumindest nach Angaben der SPD aus. Das Finanzministerium widerspricht. Die Angleichung kostet mehrere Milliarden Euro – angefangen mit etwa 600 Millionen Euro 2018 bis hin zu 3,9 Milliarden Euro in der letzten Stufe.

  • Erwerbsminderungsrente

Für Arbeitnehmer, die aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben ausscheiden, wird die Erwerbsminderungsrente verbessert. Bis 2024 wird die sogenannte Zurechnungszeit von 62 auf 65 Jahre erhöht. Frührentner werden dann so gestellt, als ob sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet hätten. Dadurch steigt ihre monatliche Rente. Derzeit beziehen 1,8 Millionen Menschen eine Erwerbsminderungsrente.

  • Betriebsrenten

Die betriebliche Altersvorsorge als zweite Säule neben der gesetzlichen Rentenversicherung soll gestärkt werden. Ein Gesetzentwurf von Nahles, auf den sie sich mit Gewerkschaften und Arbeitgebern wie auch dem Finanzministerium verständigt hat, soll rasch vom Kabinett gebilligt und vom Bundestag verabschiedet werden. Arbeitgeber erhalten einen staatlichen Zuschuss von 72 bis 144 Euro, wenn sie für Geringverdiener mit einem Einkommen bis zu 2000 Euro 240 bis 480 Euro jährlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Im Rahmen von Tarifverträgen soll es möglich sein, Betriebsrenten ohne Haftung der Arbeitgeber zu vereinbaren.

  • Riester-Verträge

Auch bei der dritten Säule, der geförderten privaten Vorsorge nach dem Riester-Modell, gibt es Änderungen. Die staatliche Grundzulage soll von 154 auf 165 Euro steigen. Im Juni 2016 gab es 16,5 Millionen Riester-Verträge.

  • Freibetrag der Grundsicherung

Wer im Alter oder durch Erwerbsminderung auf die staatliche Grundsicherung (entspricht der Höhe nach Hartz IV) angewiesen ist, darf laut Nahles einen Teil der Vorsorge durch Betriebs- oder Riester-Renten behalten. Zunächst soll es einen Freibetrag von gut 200 Euro geben.

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