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25.05.2013

23:42 Uhr

Hinweise auf geplante Anschläge

Deutschland erhielt Terrorwarnung aus Russland

Innenminister Friedrich hat Berichte über mögliche Anschlagspläne auf Fanmeilen dementiert und tatsächlich blieb es ruhig. Die Sicherheitsbehörden erhielten aber offenbar eine Warnung vor tschetschenischen Extremisten.

Erhöhte Sicherheitskontrollen vor Champions League-Finale

Video: Erhöhte Sicherheitskontrollen vor Champions League-Finale

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Berlin, Dortmund, MünchenBundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat einen Bericht von „Spiegel Online“ über angebliche Anschlagspläne von Islamisten auf Fanmeilen dementiert. Es gebe dazu keine konkreten Erkenntnisse: „Deutschland steht seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Es gibt derzeit keine Hinweise auf Anschlagspläne oder Anschlagziele in Deutschland“, sagte Friedrich am Samstag nach Angaben seines Ministeriums. „Bei Großereignissen wie dem heutigen Champions-League-Finale in London stehen die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern im intensiven Austausch mit ihren europäischen Partnern.“

Spiegel Online“ hatte gemeldet, das Bundeskriminalamt (BKA) habe Hinweise auf Anschlagspläne gegen Fußball-Fans in Deutschland. Islamisten hätten die Fanmeilen zur Übertragung des Champions-League-Finales am Samstagabend ins Visier genommen. Das habe BKA-Chef Jörg Ziercke den Innenministern von Bund und Ländern in einer vertraulichen Sitzung am Freitag berichtet. Besucher der Spektakel müssten sich auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Am Samstagabend trafen im Finale in in London die Mannschaften von Borussia Dortmund und Bayern München aufeinander.

Bei den Extremisten soll es sich um Tschetschenen handeln, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete. Demnach hörte der russische Inlandsgeheimdienst FSB in den vergangen Wochen entsprechende Telefonate zwischen dem Kaukasus und Europa ab. Über Inhalt und Zweck der Gespräche seien die deutschen Sicherheitsbehörden in den vergangenen Tagen informiert worden. Demnach wurden zwei Tschetschenen in Frankreich und einer in Deutschland aus dem Kaukasus aufgefordert, nach Syrien zu reisen, um sich den Rebellen anzuschließen. Zuvor sollten sie aber noch einen Anschlag in Westeuropa verüben. Als mögliche Ziele seien neben Deutschland auch Frankreich, Spanien, Italien und Luxemburg genannt worden.

Ziercke habe gegenüber den Innenministern von einem „ernstzunehmenden Hinweis“ gesprochen, hieß es. Ähnliche Hinweise hätten sich in der Vergangenheit allerdings als falsch herausgestellt.

Besucher der Feiern mussten sich dennoch auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Die Berliner Polizei wollte dem Bericht zufolge den Zustrom zur zentralen Veranstaltung auf der Fan-Meile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule genau beobachten und auffällige Taschen kontrollieren. Damit solle verhindert werden, dass Extremisten einen Sprengsatz in die Menschenmenge schmuggeln und zünden könnten. Ähnlich solle bei anderen Großveranstaltungen vorgegangen werden.

Die größten Fanmeilen

Dortmund

Dortmund erwartet bis zu 45.000 Menschen zum Public Viewing. Allein in den ausverkauften Westfalenhallen werden 18.000 vorwiegend schwarz-gelbe Fans das Endspiel der Königsklasse verfolgen. Wer keine Karte hat, muss auf die kostenlose Freiluft-Variante ausweichen. Die mit 40 Quadratmetern größte Leinwand wird auf dem Friedensplatz stehen, kleinere Leinwände stehen an der Reinoldikirche und auf dem Hansaplatz. Bei einem Sieg für den BVB wird der Autokorso durch die Stadt ebenfalls übertragen.

München

In München werden rund 45.000 Fans das Finale in der Allianz-Arena erleben. Der FC Bayern hat die Eintrittskarten verschenkt, das Spiel gegen den BVB wird auf zwei 100 Quadratmeter großen Monitoren übertragen. Weitere 30.000 Karten hat die Stadt für die Übertragung auf der Theresienwiese pro Stück verkauft. Beide Veranstaltungen sind bis auf den letzten Platz ausgebucht. Fast alle Biergärten, Bars und Wirtshäuser zeigen das Finale am Samstag. Wenn der FC Bayern gewinnt, dürften Tausende zur Siegesparty auf die Feiermeile zwischen Siegestor und Münchner Freiheit strömen.

Berlin

Berlin empfängt Fußballbegeisterte wie schon zu Weltmeister- und Europameisterschaften auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Fünf Videoleinwände stehen auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor bereit und zeigen die Übertragung aus dem Londoner Wembleystadion. Auch ein Musikprogramm ist für die Hauptstadt-Fanmeile geplant.

In London herrscht seit Tagen Alarmbereitschaft, nachdem zwei mutmaßliche Islamisten einen britischen Soldaten auf offener Straße ermordet hatten. In Boston waren Mitte April bei einem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon drei Menschen getötet worden.

In vielen deutschen Städten sind Fanmeilen zum Public Viewing aufgebaut worden. Auf der Berliner Fanmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule erwartet der Veranstalter mehrere Zehntausend Menschen. Weitere Fanmeilen gibt es in Dortmund und München.

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

25.05.2013, 13:23 Uhr

Irgendwie ist das Terror-"On-Off"-Thema ein bischen ausgelutscht. Einfach zum Gähnen - kaum noch tauglich zur Ablenkung von der Finanz- und Wirtschaftsmisere!
Wie wäre es denn zur Abwechslung mal wieder mit einer Tier-Grippen-Pandemie? Ich glaube Hunden und Katzen waren noch nicht dran.

Account gelöscht!

25.05.2013, 13:54 Uhr


Die Terroristen haben uns seit Jahren dort wo sie es immer wollten. Angst und teure (!!!) Sicherheitskontrollen an allen Gefahrenpunkten.

Ich kenne noch die Zeit, als man auf internationalen Flughäfen ohne irgendeine Sicherheitskontrolle an das Abflug-Gate und zu Fuß bis zum Flieger kam.

Heute wird man in den USA sowie in vielen asiatischen Ländern sogar beim Betreten einer Mall oder U-Bahn-Station kontrolliert und ggf. die Tasche durchsucht.

Mir ist das aber immer noch lieber als von geistesgestörten, politischen oder religiösen Fanatikern in die Luft gesprengt zu werden.

beimbartedespropheten

25.05.2013, 15:22 Uhr

Wenn Herr Bundesinnenminister Friedrich
dies sagt,werden sich sicher alle islamischen
Kulturbereicherer hieran halten.
Hoffen wir,dass Friedrich diesmal kein Kontraindikator ist.

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