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12.01.2008

13:20 Uhr

Hinweise aus dem Libanon

Islamisten drohen Anschläge an

Deutsche Justizbehörden sind offenbar das Ziel von Terroranschlägen durch El Kaida. Islamistische Anhänger des Terrornetzwerkes planten Racheakte, heißt es in Medienberichten. Libanesische Ermittler hätten deutsche Sicherheitsbehörden gewarnt, heißt es.

Terroristen drohen Rache dafür an: Der verdächtige Kofferbomber bei einem Haftprüfungstermin in Karlsruhe. Foto: dpa Quelle: dpa

Terroristen drohen Rache dafür an: Der verdächtige Kofferbomber bei einem Haftprüfungstermin in Karlsruhe. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Militante Islamisten planen demnach offenbar einen Vergeltungsschlag in Berlin für die Fahndungserfolge gegen mutmaßliche Terroristen, wie „Der Spiegel“ vorab berichtete. Auch laut „Focus“ gibt es ein entsprechendes Ermittlungsverfahren bei der Bundesanwaltschaft. Im Visier stehen demnach Justizbehörden.

Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte, dass es einen Hinweis aus dem Libanon gebe. Deutschland sei Teil des weltweiten Gefahrenraumes. Der Hinweis wurde einer Sprecherin zufolge an die betroffenen Stellen weitergeleitet. Die Bundesanwaltschaft gab keinen Kommentar ab. Auch das nach dem Bericht selbst bedrohte Justizministerium äußerte sich nicht zu den Ermittlungen. Eine Sprecherin sagte aber auf Anfrage, dass der Vorgang bekannt sei. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Dem „Spiegel“ zufolge gelten die Festnahme der Gruppe um den deutschen Konvertiten Fritz G. im September 2007 im Sauerland und der Prozess gegen den mutmaßlichen Kofferbomber Youssef E.H. als mögliches Motiv. Der Hinweis sei Anfang Januar bei der deutschen Botschaft in Beirut im Libanon eingegangen. Demnach richten sich Anschlagspläne gegen deutsche Militär- oder Sicherheitsbehörden wie das Bundesjustizministerium in Berlin. Über Russland und Finnland soll ein Lastwagen mit bis zu einer Tonne Sprengstoff auf dem Weg nach Rostock sein. Das BKA riet den betroffenen Einrichtungen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen, wie das Nachrichtenmagazin schreibt.

Der „Focus“ berichtete, dass die libanesische Polizei den Anruf verfolgt und am Freitag einen Syrer festgenommen habe. Er habe ausgesagt, ein Deutschtürke, ein Saudiaraber und ein Australier hielten sich in Deutschland auf. Angeblich wollten die Männer einen Anschlag auf das Justizministerium oder andere Justizbehörden verüben, um die Verurteilung von El-Kaida-Mitgliedern in Deutschland zu rächen. Sprengstoff befinde sich bereits im Land. Ermittlungen zufolge plant die Gruppe um Fritz G. massive Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland. Die insgesamt vier inhaftierten Verdächtigen sollen Mitglieder der terroristischen Islamischen Dschihad-Union sein, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida hat.

Der Kofferbomber-Prozess läuft derzeit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Dabei muss sich der mutmaßlichen Terrorist E.H. wegen der vereitelten Anschläge auf Regionalzüge im Sommer 2006 verantworten. Der Mann wurde bereits im Libanon in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Komplize Jihad Hamad muss nach dem Urteil des Gerichtes in Beirut für zwölf Jahre in Haft. Er hatte sich nach der Tat in sein Heimatland abgesetzt und sich später den Behörden gestellt.

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