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11.08.2011

14:56 Uhr

Historisches Anwesen

Bund verkauft Petersberg

Der Bund hat das Gebäude auf dem Petersberg international zum Verkauf ausgeschrieben. Der Petersberg gilt als geschichtsträchtiger Ort, an dem wegweisende Verträge unterzeichnet und Konferenzen abgehalten wurden.

Das ehemalige Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg steht zum Verkauf. Quelle: dpa

Das ehemalige Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg steht zum Verkauf.

KönigswinterDer Bund trennt sich von seinem historischen Anwesen auf dem Petersberg bei Bonn. Das Bundesfinanzministerium und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) haben das Gebäude in Königswinter international zum Verkauf ausgeschrieben. Dies teilte die BImA am Donnerstag in Bonn mit. Der Petersberg gilt als geschichtsträchtiger Ort, an dem wegweisende Verträge unterzeichnet und Konferenzen abgehalten wurden. Dazu zählen das Petersberger Abkommen von 1949, mit dem die Bundesrepublik ihre Souveränität zurückerlangte, und die internationale Afghanistan-Konferenz im Jahr 2001.

Die Bundesregierung hatte den Gebäudekomplex 1955 angemietet und 1978 gekauft, um ihn als Gästehaus der Bundesrepublik zu nutzen. Heute betreibt die Steigenberger Hotels AG dort ein Fünf-Sterne-Hotel mit 88 Zimmern, elf Suiten und Konferenzräumen für 500 Personen. Das gesamte Grundstück umfasst rund acht Hektar. Zu Gast waren Staatschefs und Monarchen wie Queen Elizabeth II., der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, der erste schwarze Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, und der frühere US-Präsident Bill Clinton.

Am Freitag wollte der Bund die erste Immobilienanzeige schalten. Die Liegenschaft solle in einem offenen, transparenten Bieterverfahren veräußert werden, hieß es. Die historische Bedeutung des Hauses solle gewahrt bleiben. Die Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG soll den Verkauf begleiten.

Der Verkauf der Liegenschaft wurde bereits seit Jahren debattiert. Medienberichten zufolge hatten sich die vom Bund getragenen Unterhaltungskosten für den Komplex nicht mehr mit den Pachteinnahmen aus dem Hotelbetrieb gedeckt.

Von

dapd

Kommentare (2)

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kneipier

12.08.2011, 01:17 Uhr

Es ist Tafelsilber, was rechtswidrig verscherbelt wird.

Rechtswidrig, weil der "Bund" lediglich eine Staatssimulation darstellt, was erkennbar durch die Zwischenschaltung der "begleitenden" KPMG ist.
Nach einem Paradigmenwechsel hierzulande wird sehr viel zurück abzuwickeln sein.

juergenspiegel

12.08.2011, 08:41 Uhr

In Potsdam Cecilienhof sind auch wegweisende Verträge unterschrieben worden. Und als auf dem Petersberg die "Hohen Kommissare" residierten, nahmen zeitgleich "Hohe Kommissare" in Berlin-Karlshorst Platz, weil nämlich die Sowjets seit "Souveränität der BRD" von "Kerndeutschland-Politik" auf "Zwei-Deutsche-Staaten-Politik" umgeschaltet hatten und wir zur zerteilten Nation wurden. (Die Österreicher kriegten mit Neutralitätspolitik ihren "Staatsvertrag"). - Wir sind in den neuen politischen Verhältnissen, im wiedervereinten Land angekommen. Das würden wir ERLEBBAR haben, wenn wir wieder eine "wiedervereinte Regierung" hätten. – In der Richtung verstehe ich den Verkauf Petersberg.

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