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25.01.2005

13:29 Uhr

Hitler plante Ermordung von elf Millionen

Hintergrund: Die Opfer in Auschwitz-Birkenau

Zu den nach verschiedenen Schätzungen mindestens 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen, die im polnischen Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, gehörten Juden, Polen, Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene und Häftlinge andere Nationalitäten.

HB BERLIN. Im polnischen Auschwitz-Birkenau an der Weichselmündung wurden nach verschiedenen Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet. Als die Rote Armee das Vernichtungslager der Nazis vor 60 Jahren befreite, fanden die Soldaten in den Lagerhäusern noch 350 000 Männeranzüge, 837 000 Frauenkleider und 7,7 Tonnen menschliches Haar.

Genaue Angaben zu den Opferzahlen sind auch nach gegenwärtigem Forschungsstand schwierig, da nur die in Auschwitz registrierten Häftlinge nachweisbar sind. Da jedoch 70 bis 75 Prozent der Menschen eines Gefangenentransports sofort nach der Ankunft ermordet wurden, gibt es keine Unterlagen über sie. Die meisten Opfer wurden von Februar 1942 bis November 1944 in fabrikmäßig betriebenen Gaskammern mit Zyklon B umgebracht.

Historiker schätzen, dass unter den nach Auschwitz deportierten Menschen mindestens 1,1 Millionen Juden aus allen Ländern des besetzten Europas waren, mehr als 140 000 Polen, rund 20 000 Roma und Sinti aus mehreren europäischen Ländern, mehr als 10 000 sowjetische Kriegsgefangene und 10 000 bis 20 000 Häftlinge anderer Nationalitäten, unter ihnen politische Gefangene, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und überzeugte Christen.

Während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Europa wurden im Holocaust (griechisch etwa „Brandopfer“) von 1941 bis 1945 etwa sechs Millionen Menschen in staatlichem Auftrag systematisch ermordet. Adolf Hitler wollte sogar elf Millionen Menschen töten lassen, wie sich aus Akten der Berliner Wannsee-Konferenz ergibt, bei der im Januar 1942 die „Endlösung der Judenfrage“ erörtert wurde. Die 1947 eingerichtete Mahn- und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gehört heute zum Welterbe der Unesco.

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