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11.01.2013

14:10 Uhr

Hochschule Hannover

Senat wählt Hochschulpräsidentin Kerkow-Weil ab

An der Hochschule Hannover wird es wohl eine neue Führungsspitze geben. Der Senat votierte gegen Präsidentin Rosemarie Kerkow-Weil, die Frau des SPD-Spitzenkandidaten in Niedersachsen. Jetzt muss der Rat zustimmen.

Rosemarie Kerkow-Weil und Stephan Weil bei einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: dpa

Rosemarie Kerkow-Weil und Stephan Weil bei einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: dpa

DüsseldorfDer Senat der Hochschule Hannover hat sich für die Abwahl des vierköpfigen Führungsgremiums um Rosemarie Kerkow-Weil entscheiden. „Das Ergebnis ist für das Präsidium unerfreulich. Es ist nach wie vor inhaltlich nicht begründet und für die Hochschule in dieser Situation eine Katastrophe“, hießt es dazu aus dem Präsidium.

Professoren, Hochschulmitarbeiter und Studenten hatten der Präsidentin der Hochschule einen autoritären Führungsstil und dem Präsidium eine schlechte Finanzplanung vorgeworfen. Die Hochschule musste zuletzt ein Defizit von 1,24 Millionen Euro hinnehmen. Deshalb hatte der 13-köpfige Senat im November beschlossen, den Abwahlantrag vorzubereiten, Mitte Dezember bestätigte das Gremium das Votum.

Die Abwahl der Hochschulspitze ist auch deshalb brisant, weil Kerkow-Weil die Frau des SPD-Spitzenkandidaten Stephan Weil in Niedersachsen ist. Dort wird 20. Januar gewählt.

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Stephan Weil kämpft um den Posten des niedersächsischen Ministerpräsidenten, seine Frau bangt um ihren Job als Hochschul-Präsidentin. Der Vorwurf der Uni: ihr miserabler Führungsstil.

In Sachen Kerkow-Weil muss nun der Hochschulrat entscheiden, ob er der Abwahl zustimmt. Theoretisch könnte der die Entscheidung zurück an den Senat verweisen. Auch hier gibt es ein pikante Detail: Der Vorsitzende des externen Gremiums ist Valentin Schmidt - ein aktiver Unterstützer von Stephan Weil im Wahlkampf. Auf der niedersächsischen SPD-Internetseite gab er eine klare Wahlempfehlung ab: Wer sich für Weil entscheide, entscheide sich „für Verlässlichkeit und Besonnenheit“, schriebt Schmidt, Aufsichtsrat von Hannover 96.

Wie die Entscheidung des Rates aussehen wird, ist erst einmal nicht abzusehen. Wegen der Wahl in Niedersachen ist es jedenfalls wahrscheinlich, dass der Hochschulrat keine schnelle Entscheidung treffen wird.

Von

mai

Kommentare (5)

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Boehm

11.01.2013, 14:39 Uhr

Bestes Beispiel für den Obergenossenfilz der Sozialisten. Bemerkenswert immerhin, der Mut des Senats der Hochschule Hannover diese Entscheidung unabhängig vom Termin der Landtagswahl zu treffen.

TMS

11.01.2013, 14:56 Uhr

Da empfehle ich mal in Bayern den Filz der christlichen Sozialisten anzuschauen ...

Account gelöscht!

11.01.2013, 14:59 Uhr

@TMS

Sie verfolgen ja eine sagenhafte Logik. Kein Wunder, dass es mit diesem Staat nur noch bergab geht...

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