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18.06.2013

14:33 Uhr

Hochwasser

Altmaier wirbt für Rückverlegung der Deiche

Die Lage an der Elbe entspannt sich langsam. Doch Bundesumweltminister Altmaier warnt davor, jetzt locker zu lassen beim Einsatz für einen besseren Hochwasserschutz. Er will den Flüssen mehr Raum geben.

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (r) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (beide CDU) blicken in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) über einen Deich an der Mittleren Elbe. Das Projekt ist ein Beispiel, wie Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen können. dpa

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (r) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (beide CDU) blicken in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) über einen Deich an der Mittleren Elbe. Das Projekt ist ein Beispiel, wie Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen können.

DessauNach den schweren Überflutungen in Deutschland macht sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für eine stärkere Rückverlegung von Deichen stark. „Die Flüsse brauchen mehr Raum“, sagte Altmaier am Dienstag bei einem Rückverlegungsprojekt an der Elbe in Roßlau (Sachsen-Anhalt). Durch eine Vergrößerung der Auenfläche hat das Wasser hier mehr Platz, um sich auszubreiten. Städte können so vor großen Überschwemmungen bewahrt werden.

Allein beim Projekt Mittlere Elbe bei Dessau soll bis 2018 auf diese Weise eine Fläche von 600 Hektar gewonnen werden. Die Kosten belaufen sich auf 28,2 Millionen Euro. Altmaier betonte, so könne auch die Artenvielfalt geschützt und gestärkt werden. „Ein Hauptdefizit ist, dass nach dem Hochwasser 2002 die Frage des Hochwasserschutzes wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist“, sagte der Minister.

Sobald das Wasser zurückgegangen ist, sollte laut Altmaier nun eine Prioritätenliste erstellt werden, die notwendige Verbesserungen festhält. Enteignungen zur Gewinnung von Auenflächen für die Flüsse seien für ihn nur das letzte Mittel. An der Elbe seien nur noch 20 Prozent der früheren Auen vorhanden. Nötig sei eine Kombination aus Deichen, zurückgewonnenen Flussauen und zusätzlichen Überschwemmungsflächen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, betonte, der volkswirtschaftliche Nutzen bei Deichverlegungsprojekten liege gemessen an den Investitionen bei 3:1. So werden Hochwasserschäden und Folgekosten durch die Düngung von Feldern (Nitrat) deutlich verringert. Jessel und Altmaier betonten, Hochwasserschutzmaßnahmen müssten auf breiter Front überprüft und gestärkt werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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kraehendienst

18.06.2013, 14:40 Uhr

Altmeier ist noch klasse: Rückverlegung und ggf Enteignung. Fertig. Wir können die Natur nicht profitgierig zerstören. Das Imperium schlägt zurück!

vandale

18.06.2013, 14:58 Uhr

Die Oekogläubigen möchten das Land entlang der Flüsse und am liebsten auch den Rest des Landes in eine Wildnis zurückverwandeln.

Deutschland ist ein wenig kleiner als Kanada. 80 Mio. Menschen wollen darin komfortabel leben und so nutzt und besiedelt man das Land eben.

Entlang der Flussufer hat sich aufgrund des Kühlwassers und der Schiffstransporte Industrie angesiedelt. Menschen haben sich aufgrund der Umgebund angesiedelt.

Meines Erachtens wäre es sinnvoller sich der modernen Technik zu bedienen. Man kann an den Zuflüssen der grossen Flüsse Staudämme errichten, die nebenbei etwas Strom erzeugen und den Wasserspiegel etwas nivellieren. Man kann Ueberflutungsflächen dort ausweisen wo diese nicht stören und ggf. Gebäude auf aufgeschütteten Flächen analog der Halligen errichten. Analog der Moselanwohner können die Anwohner anderer Flüsse die Keller und Erdgeschosse ihrer Häuser mit Fliesen dekorieren. Nach der Flut wird der ganze Schlamm dann mit dem Hochdruckreiniger weggespült.

Die üblichen Ueberflutungen sind kein Grund das Land in eine ökoreligiöse Wildnis zurückzuverwandeln.

Vandale

suchgrueblerxy

18.06.2013, 20:53 Uhr

Die Kernfrage lautet: Verschwinden die Probleme mit wiederkehrendem Hochwasser, indem man nur die Schäden finanziert oder nur die Schäden durch Versicherungen reguliert. Die Antwort muss nein lauten, weil die überbordenden Wassermengen in Flüssen weiter regelmäßig Schäden produzieren, deren Kosten regelmäßig getragen werden müssen. Dieser Kostenblock für Schadensregulierung muss von den Bürgern Firmen oder dem Staat getragen werden und schädigt dabei ständig mit diesem Kostenblock die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Realisierung eines schlanken schuldengebremsten Staates. Die Problemlösung liegt darin, daß den Übermengen Wasser ein zusätzlicher Platz angeboten werden muss und/oder in kritischen Hochrisikozonen eine schadensträchtige Bebauung verboten oder - soweit bereits vorhanden - stetig zurückgebaut werden muss. Für beide Maßnahmenpakete sind Investitionen notwendig. Bei den Investitionen lohnt auch die Prüfung, ob die zusätzlichen Wassermengen nicht für Wasserreservoire und zusätzliche touristische oder wirtschaftliche Angebote genutzt werden können. Trotzdem bleiben Investitionskosten, die auch durch eine mit nachgewiesen erfolgreichen Schutzmaßnahmen sinkende Hochwasserschutzsteuer nach Risikogebietsklassen mit einem angemessenen Kostenbeitrag finanziert werden sollten, um einen realitätsnäheren Bezug zwischen Risikogebietsnutzern und den Risikogebietsfinanzierern herzustellen. Für das dann bleibende Restrisiko werden danach Versicherungen einen prämiengünstigeren Schadensausgleich als zu heutigen Verhältnissen liefern können.

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