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10.08.2011

07:46 Uhr

Höhere Stromkosten

Atomausstieg kostet Verbraucher 32 Milliarden Euro

VonKlaus Stratmann

ExklusivSchwarz-Gelb will möglichst schnell raus aus der Atomkraft. Der Preis dafür ist hoch: Deutschlands Stromrechnung steigt um 32 Milliarden Euro, sagt die offizielle Studie des Bundeswirtschaftsministeriums. Mindestens.

Der schnelle Atomausstieg soll die Verbraucher laut einer Studie 32 Milliarden Euro kosten. Quelle: dapd

Der schnelle Atomausstieg soll die Verbraucher laut einer Studie 32 Milliarden Euro kosten.

BerlinDas geplante schnellere Aus für die Kernkraft in Deutschland erhöht die Stromrechnungen für Privatkunden, Handel, Gewerbe und Industrie bis 2030 um insgesamt 32 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln (EWI), des Prognos-Instituts und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), die dem Handelsblatt vorliegt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Studie in Auftrag gegeben.

Der beschleunigte Ausstieg führe zu steigenden Strompreisen, zur Verlagerung von Stromproduktion ins Ausland und zum vermehrten Import fossiler Energieträger, heißt es in der Studie. Die Autoren der Studie betonen, der Wert von 32 Milliarden sei als „Untergrenze der möglichen Entwicklungen zu sehen“. Mögliche weitere Kosten für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien, für den Netzausbau oder eine Verschärfung der EU-Klimaziele haben die Autoren nicht untersucht.

EWI, Prognos und GWS vergleichen die von der Bundesregierung Ende 2010 beschlossene Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten um durchschnittlich zwölf Jahre mit einem beschleunigten Ausstieg. Die Bundesregierung hatte Ende Juni mit den Beschlüssen zur Energiewende die Laufzeitverlängerung aus dem vergangenen Jahr zurückgenommen und beschlossen, bis 2022 vollständig auf die Stromerzeugung aus Kenerkraftwerken in Deutschland zu verzichten.

Besonders hart wird die Industrie von dem schnelleren Aus für die Kernkraft getroffen: „Der Stromkostenanstieg kann für den Betrieb einzelner stromintensiver Anlagen gravierende Konsequenzen haben“, schreiben die Autoren der Studie. Stromintensive Wertschöpfungsketten seien vor allem langfristig und durch die Kumulation verschiedener Kosteneffekte bedroht.

Kommentare (24)

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CharlyW.

10.08.2011, 08:07 Uhr

Solange es noch Unternehmen in Deutschland gibt, ist Strom ist immer noch zu billig. Bei unseren Nachbarn kostet er teilweise die Hälfte, da werden wir demnächst als Gastarbeiter arbeiten. Deutschland wird endlich den Morgenthauplan umsetzen und eine reine Agrarwirtschaft haben.
Wir freuen uns darauf, Esel statt Autos, Druiden statt Ärzten. Das wird gemütlich, oder etwa nicht?

Account gelöscht!

10.08.2011, 08:23 Uhr

Endlich mal 32 Milliarden gut investiert. Dafür ekommen wir mehr Sicherheit als für entsprechende Ausgaben fürs Militär, welches wir natürlich auch brauchen.

Das gute daran ist, wir werden auch was rausbekommen, anders als beim Atommüll, der immer nur kosten wird!

Das Thema alternative Energien wird sehr effiziente Industriezweige entstehen lassen, was uns insgesamt mehr bringt als die Atomenergie gebracht hat. Dass wir zwischenzeitlich eventuell auch mal im Ausland Strom kaufen, wird uns nicht umbringen. Wir kaufen ja auch Klamotten aus Indien und getürkte Geldanlagen aus den USA.

AlexanderBerg

10.08.2011, 08:37 Uhr

Zeit für dezentrale Energieversorung: Energie in Bürgerhand.

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