Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.09.2011

19:11 Uhr

Höhere Umlage

Die Energiewende wird noch teurer

VonKlaus Stratmann

ExklusivIm Frühjahr hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch eine Begrenzung der Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien zugesagt. Doch jetzt werden die Stromkunden wohl erneut zur Kasse gebeten.

Windräder auf einem Feld. obs

Windräder auf einem Feld.

BerlinDie von den Stromverbrauchern zu zahlende Umlage für die erneuerbaren Energien wird nach Informationen des Handelsblatts aus der Energiebranche zur Jahreswende erneut steigen. Die Höhe des Anstiegs steht derzeit aber noch nicht fest. Am 14. Oktober werden die Übertragungsnetzbetreiber, die für die Erhebung der Umlage zuständig sind, die Umlage für 2012 bekannt geben. Derzeit beträgt sie 3,53 Cent je Kilowattstunde Strom. 2010 hatte die Umlage noch 2,047 Cent betragen. Der Anstieg zum Jahreswechsel belief sich somit auf 72 Prozent.

Der starke Anstieg war im vergangenen Jahr scharf kritisiert worden. Insbesondere aus der Wirtschaft kamen Forderungen nach einer Begrenzung der Umlage. Die Bandbreite der Schätzungen für die Höhe der Umlage ab 2012 ist groß. Einige Branchenteilnehmer sagten, sie rechneten mit einem „moderaten Zuwachs“ auf einen Wert von etwa 3,6 Cent. Andere sagten, man würde sich freuen, wenn man die Umlage unter vier Cent halten könne.

Die Betreiber der Stromübertragungsnetze errechnen den Wert in Zusammenarbeit mit externen Gutachtern, stimmen ihre Ergebnisse vor einer Veröffentlichung jedoch mit der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium ab. Die Bundesregierung hat ein Interesse daran, dass der Anstieg nicht zu stark ausfällt. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr und Sommer während der Diskussion über die Energiewende versichert, die Kosten für den Umstieg auf die erneuerbaren Energien würden im Rahmen bleiben. „Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen“, hatte Kanzlerin Angela Merkel Anfang Juni im Bundestag gesagt.

Große Pläne für die Windenergie

Eine Übersicht über Offshore-Windparks in Europa.

Weiter hieß es in der Branche, trotz aller Versuche der Politik, die Umlage klein zu halten, komme man an den Fakten nicht vorbei. So sei der Ausbau der Erneuerbaren weiter fortgeschritten. Zugleich weise das EEG Umlagekonto, auf dem die Netzbetreiber die bei den Stromverbrauchern einbehaltene EEG-Umlage sammeln, derzeit eine Unterdeckung von 700 Millionen Euro auf. Branchenbeobachter hatten spekuliert, die Netzbetreiber könnten das Minus auf dem Konto, das im vergangenen Jahr noch 1,2 Milliarden Euro betragen hatte, im Verlauf des Jahres 2011 komplett ausgleichen. Daraus hätte sich möglicherweise Spielraum für eine Senkung der Umlage ergeben.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.09.2011, 19:25 Uhr

Nein !!!! Strom wird nicht teurer !!!!
Nein !!!! Wir brauchen keine Atomkraft !!!!

Ja !!!! Wir haben genug Kapazität um uns weiterhin selber versorgen zu können !!!!

Nun sehen wir das es doch nicht so ist wie uns immer wieder vorgebetet wurde, Strom wird natürlich Teurer ,wir haben natürlich nicht genug Strom um uns selber zu versorgen . Gut das wir Frankreich in der Nachbarschaft haben , die sind mit ihrer gewaltigen "Atomarmada" im Stande auch das nach Energie dürstende Deutschland zu versorgen , noch !

Account gelöscht!

29.09.2011, 19:59 Uhr

Wer so bekloppt ist, den Strom von der Küste nach Bayern transportieren zu wollen, wo doch die großen Verbraucher der Grundstoffindustrie besser an der Küste aufgehoben sind, fällt als Entscheider aus. Oder verfügt jetzt Bayern über große Rohstofflagerstätten?
Zudem werden bei einer dezentralen Stromversorgung die vorhandenen Netze entlastet. Das ist Murks, Frau Merkel, und schadet allen.

Ein_Buerger

29.09.2011, 20:02 Uhr

Frau Merkels Aussagen zu dieser Thematik sind inzwischen irrelevant – sie hat sich selbst zur Erfüllungsgehilfin degradiert. Es gibt nur einen Hauptschuldigen an dieser Entwicklung – die Grünen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×