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10.08.2013

14:10 Uhr

Hohe Kosten

FDP will „Neustart“ für Energiewende

Übersubventionierung, Fehlanreize, Reibungsverluste – über die Energiepolitik wird heftig gestritten. Den Verbraucher interessiert vor allem, ob Strom bezahlbar bleibt. Die EU mahnt Reformen an, die FDP hat nun reagiert.

Windkraftanlagen bei Tiefenthal (Pfalz): Brüderle will es künftig den Unternehmern überlassen, ob sie sich für Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Erdwärme entscheiden. dpa

Windkraftanlagen bei Tiefenthal (Pfalz): Brüderle will es künftig den Unternehmern überlassen, ob sie sich für Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Erdwärme entscheiden.

München/ BerlinDie FDP hat sich angesichts immer weiter steigender Strompreise für einen „Neustart“ in der Energiewende ausgesprochen. Das Subventionssystem für alternative Energien sei zur „Kostenfalle“ geworden, sagte der Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“.

Das gefährde Arbeitsplätze, zudem drohe eine soziale Schieflage bei einkommensschwächeren Haushalten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse grundlegend überarbeitet werden. Das sieht auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger so.

Brüderle plädierte für eine Aussetzung der Förderung von Wind- und Solaranlagen. „Jeden Tag kommen neue Wind- und Solaranlagen dazu, die wieder für 20 Jahre eine Förderung erhalten, die Schieflage verstärken und Strom teurer machen.“ Forderungen nach der Einführung von staatlichen Strom-Hilfen für einkommensschwache Haushalte lehnte der FDP-Politiker ab.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Der Anstieg der Strompreise durch die Subventionierung des Ausbaus erneuerbarer Energien müsse gestoppt werden. Dies gehe nicht mit neuen Ausnahmen oder Strom-Sozialtarifen.

Für EU-Kommissar Oettinger ist die deutsche Politik in der Pflicht, den weiteren Anstieg der Strompreise zu verhindern. „Strom ist in Deutschland heute schon besorgniserregend teuer“, sagte Oettinger der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Es darf nicht sein, dass Strom für den normalen Haushalt unbezahlbar wird.“

Kommentare (17)

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Tabu

10.08.2013, 14:38 Uhr

Übersubventionierung, Fehlanreize, Reibungsverluste
so das Fazit der FDP..und dennoch lehnen diese eine
Einführung von staatlichen Strom-Hilfen für einkommensschwache Haushalte ab.
Hier bezahlt der Kleine,wie immer die Fehler
der Politik..und die schert sich nicht drum.
Jongliert mit Milliarden die ihnen garnicht gehören,
um eine von ihnen verursachte Baustelle nach der anderen zu stopfen..Das ist im höchstem Maße asoziale
Verantwortungslosigkeit..Man sollte sie,wie Jesus einst
die Wucherer,vom Acker jagen.

Kritiker

10.08.2013, 14:40 Uhr

Die wichtigste Aufgabe ist, dass das leidige EEG gekippt wird. Es kann sein, dass die von Rot-Grün im Jahre 2004 festgelegten extrem hohen Einspeisevergütungen für PV, Windkraft usw. über 20 Jahre lang gezahlt werden.

Vicario

10.08.2013, 14:43 Uhr


Zitat : FDP will „Neustart“ für Energiewende

- glaubt denn der Augenarzt, dass er nochmals eine Chance als "Pseudo-Wirtschaftsminister" bekommt ?

Wie naiv ist denn das Vietnamesische Waisenkind ? Oder glaubt er, dass wir in den letzten Jahren unsere Stromrechnungen nicht mehr gelesen haben ?

Nein, Vietkong Lieferant, du hast Geliefert !

Jetzt liefert dir das Volk bei der Wahl im September deinen Prozentsatz :

der wird sich vom Zinssatz auf der Sparkasse NICHT UNTERSCHEIDEN !

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