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30.06.2015

14:51 Uhr

Hohe Leitungsgebühren

Deutsche zahlen mehr für Strom als nötig

Die Bundesnetzagentur übt Kritik am System der Stromnetz-Gebühren. Gewerbekunden würden zulasten der Privatverbraucher von ungerechtfertigten Privilegien profitieren. Das Wirtschaftsministerium räumt Reformbedarf ein.

Die Leitungskosten sind Teil des Strompreises und machen für Haushaltskunden gut ein Fünftel der Kosten aus. dpa

Stromkosten

Die Leitungskosten sind Teil des Strompreises und machen für Haushaltskunden gut ein Fünftel der Kosten aus.

BerlinDie Haushalte in Deutschland zahlen laut Bundesnetzagentur wegen hoher Leitungsgebühren mehr für ihren Strom als nötig. Industrie- und Gewerbekunden profitierten zulasten der Privatverbraucher von ungerechtfertigten Privilegien, kritisiert die Behörde in einer Analyse für das Wirtschaftsministerium, die Reuters am Dienstag vorlag.

Die Erleichterungen für Unternehmen summierten sich auf rund 600 Millionen Euro, die von den übrigen Stromkunden mitgetragen werden müssten. Diese Regelungen hätten überwiegend nur einen geringen Nutzen im Hinblick auf die beabsichtigte bessere Netzstabilität. Die Behörde empfiehlt daher umfassende Änderungen. Die Leitungskosten sind Teil des Strompreises und machen für Haushaltskunden gut ein Fünftel der Kosten aus. Das Wirtschaftsministerium wollte sich nicht zu Details des Berichts äußern. Es räumte aber ein, dass es bei den Regelungen Reformbedarf gebe.

Im Energierecht ist ein Passus verankert, wonach besonders flexible Abnehmer sowie große Kunden Vergünstigungen von den Netzbetreibern bekommen können. Hintergrund ist, dass damit Anreize geschaffen werden sollen, dass Betriebe etwa nachts mehr Strom abnehmen als in den Höchstlastzeiten tagsüber. Diese Flexibilität würde die Netzbetreiber entlasten und Kosten senken. Der gleiche Gedanke liegt bei großen Abnehmern zugrunde, die durch gleichmäßigen Verbrauch die Netze stabilisieren und den Strom-Transport für die Betreiber kalkulierbarer machen sollen.

Die Netzagentur spricht nun aber nach Befragung der Betreiber davon, dass nur eine Minderheit einen positiven Beitrag zur Stabilität durch die Regelungen sehe. Bäckereien und Güterbahnen etwa profitierten davon, da sie in der Nacht Strom verbrauchen. Sie müssten dafür aber keine besondere Flexibilität an den Tag legen. Insgesamt sei bei den Vergünstigungen „ganz überwiegend von Mitnahmeeffekten auszugehen“.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Riesener Jr.

30.06.2015, 16:34 Uhr

"Deutsche zahlen mehr für Strom als nötig". Netzgebühren sind tatsächlich ein beträchtlicher Teil der Stromkosten. Ökoförderung und Steuern sind die beiden anderen Kostentreiber. Die Kraftwerke bekommen dagegen nicht einmal 40EUR/MWh = 4 Cent/kWh. Wir Endverbraucher zahlen aber um die 30 Cent/kWh.

Herr Wolfgang Trantow

01.07.2015, 10:23 Uhr

Das ist von Frau Merkel bewusst gewollt. Sie will Deutsche nur ausnehmen damit wir Ausländer bes. Griechische Politiker besser bezahlen können. Sie will armenische Zustände, wo die Bewohner jetzt demonstrieren, weil sie die Strompreise, von den Politiker gewollt, nicht mehr zahlen können.

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