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08.07.2012

15:37 Uhr

Hohe Mieten

Bürger fordern mehr sozialen Wohnungsbau

Hilferuf aus der Mitte der Bevölkerung: Vielen Menschen in Deutschland wird das Wohnen in den boomenden Ballungsräumen zu teuer. Obwohl die Politik Besserung in Aussicht stellt, ist der Erfolg fraglich.

Der „Sozialpalast“ in Berlin Schöneberg. dpa

Der „Sozialpalast“ in Berlin Schöneberg.

BerlinDie Mehrheit der Bundesbürger erwartet, dass der Staat gegen die steigenden Mietpreise in vielen deutschen Großstädten vorgeht. 59 Prozent wünschen sich staatliche Gegenmaßnahmen, wie eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Zeitung „Welt am Sonntag“ ergab. 37 Prozent der rund 1.000 Befragten seien dagegen. Besonders Geringverdiener erwarteten ein Eingreifen, 68 Prozent der Bürger mit Hauptschulabschluss seien dafür. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) forderte erneut mehr sozialen Wohnungsbau.

„Vor allem in den Ballungszentren und den Metropolen München, Hamburg, Berlin oder dem Rhein-Main-Gebiet gibt es eine Knappheit an Wohnungen“, sagte er der Zeitung. Es gebe einen akuten Handlungsbedarf gegen die rapiden Mietsteigerungen. Ramsauer hatte den Bundesländern vor knapp zwei Wochen vorgeworfen, nicht genug für den sozialen Wohnungsbau zu tun und das Geld vom Bund dafür nicht sachgerecht einzusetzen. Die Länder wiesen die Kritik zurück.

„Die gute Nachricht ist, dass sich das Investitionsklima eindeutig verbessert hat“, sagte Ramsauer der „Welt am Sonntag“. Höhere Mieten schüfen einen Anreiz für mehr Wohnungsbau. Die steigende Zahl an Wohnungen verursache dann wiederum sinkende Mieten. Eine Studie des Pestel-Instituts in Hannover hatte ergeben, dass in den zehn deutschen Großstädten, die den größten Wohnungsmangel haben, mehr als 100.000 Mietwohnungen fehlen. Bis 2017 könne die Lücke in Deutschland auf über 400.000 Wohnungen anwachsen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Reality

08.07.2012, 15:48 Uhr

Geld für sozialen Wohnungsbau ist nicht mehr da, schon alles für die PIIGS-F und andere Geldverschleuderungsaktionen für die lieben Nachbarn verballert.

Sven

08.07.2012, 16:28 Uhr

Sorry, dann kann man halt nicht in Ballungsräumen wohnen.

Niemand investiert mehr in Mietwohnungen, und die Motivation sich selbst mal einzubringen und eine Wohnung zu kaufen ist bei bei dieser weiteren Umverteilung von oben nach unten auch dahin.

Es ist schon eine Dreistigkeit, von anderen zu fordern und sich selbst nicht zu fordern.

Newton

08.07.2012, 17:05 Uhr

Wer heutzutage noch in Mietwohnungen investiert, weiss vermutlich nicht allzu viel ueber die Rahmenbedingungen. Behandelt die deutsche Rechtsprechung private Vermieter doch fast wie Kriminelle.
Insofern besser woanders investieren.

Kommt also der Ruf nach Sozialwohnungen. Soll der Steuerzahler diese Zeche auch noch zahlen ?
Auf welchem Planeten wohnen wir in Deutschland inzwischen eigentlich ?

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