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17.01.2011

10:24 Uhr

Hohe Spritpreise

Brüderle will Öl-Multis mit Aldi in die Knie zwingen

Die immer neuen Rekordpreise an den Tankstellen sind Bundeswirtschaftsminister Brüderle ein Dorn im Auge. Und er hat auch schon eine Idee, wie man die Preistreiberei stoppen könnte. Sein Zauberwort heißt auch hier: Wettbewerb. Discounter wie Aldi und Lidl sollen den Öl-Multis Konkurrenz machen

Brüderle verweist auf Österreich, wo Autofahrer bei der Aldi Süd-Tochter Hofer zeitweise deutlich billiger tanken könnten. Quelle: dpa

Brüderle verweist auf Österreich, wo Autofahrer bei der Aldi Süd-Tochter Hofer zeitweise deutlich billiger tanken könnten.

HB BERLIN. „Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) der „Bild“-Zeitung. Er würde sich deshalb über jeden zusätzlichen Wettbewerber freuen und könne Unternehmen „nur ermutigen, in den Benzinmarkt einzusteigen.“

Brüderle bezog sich damit auf Österreich, wo Autofahrer bei der Aldi Süd-Tochter Hofer zeitweise deutlich billiger tanken könnten. Während einer Sonderaktion zu Weihnachten zahlten Kunden an Hofer-Zapfsäulen in Osttirol für Diesel und Benzin 99 Cent pro Liter. Das waren dem Blatt zufolge bis zu 20 Cent weniger als an Marken-Tankstellen.

Im Juli 2009 hat Hofer im Großraum Salzburg seine ersten drei Tankstellen eröffnet . Die österreichische Tochter von Aldi betreibt die Zapfsäulen zusammen mit einem Partner, dem Tankstellenbetreiber Free Energy (FE) Trading des in der Alpenrepublik recht bekannten früheren Autorennfahrers Markus Friesacher. Die ersten drei Tankstellen in Salzburg sind ein Versuch. Das Ziel ist, in Österreich mehr als 100 Hofer-Tankstellen zu eröffnen.

Als die Hofer-Tankstellen eröffneten, gas es umgehend eine spektakuläre Gegenreaktion der etablierten Konkurrenz. OMV und Shell, die Großen der Branche, haben gegenüber den Neueinsteigern Hofer und FE mit ihren spontan angesetzten Tiefpreisen die Muskeln spielen lassen. Seitdem unterbietet der Discounter die Konkurrenz regelmäßig um mehrere Cent.

Unterdessen droht der erste Politiker den Multis mit staatlich festgelegten Höchstpreisen für Treibstoffe. Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas sagte der Zeitung: „Sollten die Ölkonzerne weiter die Preisspirale willkürlich nach oben drehen, muss die Politik reagieren.“ Auch in Deutschland müssten dann nach dem Vorbild Luxemburgs staatliche Höchstpreise bei Benzin, Öl und Gas verhängt werden können.

Kommentare (14)

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norbert

17.01.2011, 12:01 Uhr

Ein hoher Ölpreis nützt der Regiereung, somit wird sie kaum auf die Mineralölsteuer verzichten wollen.

Pandora0611

17.01.2011, 12:07 Uhr

in Deutschland wird der benzinpreis sicher nicht sinken.
An den Tankstellen kassiert der Staat kräftig:
0,78€/l (Mineralöl + Ökosteuer und zum Gesamtpreis nochmal 19% MwSt). (obwohl hier kein "Mehrwert" vorliegt!)
Der Staat ist der größte Preistreiber.
bei einem Gesamtpreis von 1,5€ bleib nach Abzug der MwSt (0,24€) und den o.g. 0,78€ Öko- und Mineralölsteuer für den Öl-Multi noch 0,48€ übrig.
Der Staat kassiert also 1,02€/l.
Daran ändert auch Aldi und Lidl nichts.

MrTupi5

17.01.2011, 12:18 Uhr

Naja und was wird passieren? Der bundeswirtschftsminister rasselt mit den Ketten, wie schon so oft. Dann senken die Ölmultis die Preise um ein paar Cent und die Luft ist wieder raus aus dem Thema. bis zu nächsten Mal. Das ist doch immer das selbe Theater. Vater Staat verdient doch auch nicht schlecht, wenn die Preise hoch sind.
Man soll ja nicht mehr die Rechnung mit der D-Mark machen aber wenn ich so überlege, dass sich der benzinpreis in den letzten Jahren praktisch mehr als verdoppelt hat. Oh oh.. Wo endet das?

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