Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2012

16:33 Uhr

Hohe Strompreise

DIW unterstützt Röttgens Kritik

ExklusivDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen davon aus, dass die Stromproduzenten mit ihrer Preispolitik die Energiewende unterlaufen. Für höhere Strompreise gebe es derzeit keine Begründung.

Stromkonzerne geraten wegen ihrer Preispolitik jetzt von mehreren Seiten in die Kritik. dpa

Stromkonzerne geraten wegen ihrer Preispolitik jetzt von mehreren Seiten in die Kritik.

BerlinDie Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, unterstützt den Vorwurf von Bundesumweltminister Norbert Röttgen an die Stromproduzenten, sie würden durch eine willkürliche Erhöhung von Strompreisen die Energiewende unterlaufen. „Die Warnungen vor Strompreisexplosionen sind übertrieben, da es genauso viele preissteigernde wie -senkenden Faktoren gibt“, sagte Kemfert Handelsblatt Online. Die Energiewende werde auf diese Weise „unnötig schlecht geredet und eine rückwärtsgewandte Diskussion geführt. Es wäre besser, eine zukunftsgewandte Diskussion über die Chancen der Energiewende zu führen.“ Röttgen hatte den Stromversorgern vorgeworfen, sie würden ihre Erhöhungen zum Teil falsch begründen. „Dafür habe ich kein Verständnis, denn dies riecht nach Abzocke der Verbraucher und bringt die Energiewende in Verruf.“

Kemfert sagte dazu, es gebe derzeit in der Tat keine Begründung für höhere Strompreise. Die Börsenpreise seien niedrig, die CO2-Preise sehr niedrig, und die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien sei dieses Jahr sogar konstant geblieben. „Viele Konzerne verunsichern zudem die Bürger, indem sie vor Deindustrialisierung, Strompreisexplosionen und Blackouts warnen und dabei die Chancen verkennen, die in der Energiewende liegen.“ Die Energiewende führe konkret zu enormen Investitionen, die wiederum Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen lassen.

„Wichtig ist aber dass die Politik die Weichen für die Energiewende jetzt stellt“, fügte Kemfert hinzu. Die Netze und Stromspeicher müssten rasch ausgebaut und die Energieeffizienz vor allem im Bereich Gebäude und Mobilität verbessert werden, sagte die DIW-Ökonomin. Zudem müsse eine verantwortliche Institution geschaffen werden, „die den Masterplan umsetzt und dafür die Verantwortung trägt“.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.03.2012, 18:09 Uhr

Die Netze und Stromspeicher müssten rasch ausgebaut und die Energieeffizienz vor allem im Bereich Gebäude und Mobilität verbessert werden, sagte die DIW-Ökonomin. Zudem müsse eine verantwortliche Institution geschaffen werden, „die den Masterplan umsetzt und dafür die Verantwortung trägt“.
----------------------------------------
Und was genau soll nun den dafür sorgen das der Strompreis sinkt oder sich zumindest nicht weiter erhöht ?
Eine Diskussion wird keinen Einfluss auf den Strompreis haben .
Auch bleiben alle weiteren Hindernisse (klagen und eingaben gegen Stromtrassen und Windkraftanlagen )bestehen .
Der Stromverbrauch ist eher steigend , das Angebot rückläufig . Es sind wohl eher alle weichen auf weiter Strompreis Erhöhungen gestellt , ob es nun das DIW wahrhaben will oder nicht .

Account gelöscht!

17.03.2012, 18:11 Uhr

2/3 des Strimpreises sind vom Staat gemacht und kassiert der Staat.
Die Herrschaften sollten endlich mal bei dr Wahrheit bleiben

Mollemopp

17.03.2012, 18:28 Uhr

Hoffentlich steigt der Strompreis noch höher. Es darf aber nicht so schleichend passieren, sondern knallhart. Vielleicht begreift dann selbst der letzte Verblödete in diesem Land, dass unsere Politiker mit ihrer Steuerpolitik die wahren Schuldigen am überhöhten Strompreis sind. Anstatt mit Fähnchen bei Wahlveranstaltungen auf dem Marktplatz zu stehen, sollte man diese korrupte Bande mit Steinen bewerfen. Aber lieber lassen sich die säumigen Stromzahler den Strom abschalten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×