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01.08.2011

07:29 Uhr

Homosexuelle Paare

Union schließt volle Gleichstellung aus

Seit zehn Jahren können homosexuelle Paare standesamtlich heiraten. Dabei soll es, ginge es nach der Union, auch bleiben. Denn was nicht gleich ist, soll auch nicht gleich gestellt werden.

Seit dem 1. August 2001 können Homosexuelle im Standesamt heiraten. Quelle: dpa

Seit dem 1. August 2001 können Homosexuelle im Standesamt heiraten.

BerlinDie Union im Bundestag hat eine vollständige Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe ausgeschlossen. Der entsprechende Vorstoß von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) „entbehrt jeder Grundlage“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Leutheusser-Schnarrenberger hatte sich anlässlich zehn Jahren Lebenspartnerschaftsgesetz am Samstag für eine komplette Gleichstellung ausgesprochen, aber auch gesagt: „Mehr gesellschaftliche Liberalität lässt sich nicht verordnen, sondern nur durch beharrliches Argumentieren erreichen.“

Krings sagte: „Das Thema steht nicht auf der Agenda der Koalition.“ Er fügte hinzu: „Es gibt Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft. Und die müssen sich auch im Gesetz widerspiegeln.“

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, schloss eine Reform des Lebenspartnerschaftsgesetzes aus. Die Union werde „nicht gleich stellen, was nicht gleich ist“, sagte Müller. „Der Staat schützt Ehe - und zwar zwischen Mann und Frau - sowie Familie in besonderer Weise, weil die Familie Keimzelle unserer Gesellschaft ist.“

Das Lebenspartnerschaftsgesetz der damaligen rot-grünen Bundesregierung wurde am 1. August 2001 wirksam. Es ermöglicht Homosexuellen, im Standesamt zu heiraten. Rechtlich blieb die Lebenspartnerschaft aber hinter der echten „Homo-Ehe“ zurück, wie sie zum Beispiel in den Niederlanden gilt. Homosexuelle in Deutschland können zum Beispiel gemeinsam keine Kinder adoptieren - auch das Einkommensteuerrecht macht Unterschiede.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Jupiter

01.08.2011, 09:04 Uhr

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist schon lange keine "Keimzelle der Gesellschaft" mehr. Und solange dieses Konstrukt einer Gemeinschaft von der Gesellschaft gefördert wird, sollte es für alle Arten der Ehe gleichermaßen gelten.

buerger

01.08.2011, 11:31 Uhr

Leider sind die bornierten "C"-ler der CDU/CSU weiterhin stark reaktionär unterwegs. Der Weg der Kanzlerin in die Mitte der Gesellschaft bleibt steinig. Sie sollte ihn aber trotzdem weiter gehen. Wird es helfen, wenn die nächste Regierung schwarz-grün wird?

robert

02.08.2011, 11:26 Uhr

Geht es wirklich um "den Untergang des christlichen Abendlandes" wenn Lesben & Schwule mit der Ehe gleichgestellt werden ? Familie ist ja dort wo Kinder sind. In meinem Umfeld gibt es eine Menge heterosexueller DINKs die das Ehegattensplitting nutzen und keine Kinder haben. Umgekehrt kenne ich Lesben die mit Bravour das Familienleben meistern... Das Ehegattensplitting gehört abgeschafft. Steuerlich zu fördern sind lediglich die Haushalte, wo Kinder leben. Alles andere zeugt nur von der Weltfremdheit von CSU/CDU.

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