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08.11.2012

18:12 Uhr

Honorar-Affäre

Bochumer Stadtwerke beerdigen Promi-Talk

VonStefan Kaufmann

Bei einer Aufsichtsratssitzung wurde auf personelle Konsequenzen an der Konzernspitze vorerst verzichtet. Derweil kündigte der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an, sein 25.000-Euro-Honorar doch noch spenden zu wollen.

Kein Geld in Bochum – außer für Gauck und Co.

Video: Kein Geld in Bochum – außer für Gauck und Co.

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DüsseldorfIn einer karitativen Bochumer Einrichtung knallen demnächst die Sektkorken. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nämlich angekündigt, das umstrittene 25.000-Euro-Honorar für seinen Vortrag bei den Stadtwerken Bochum nun doch für gemeinnützige Einrichtungen spenden zu wollen. Wie am Donnerstag aus SPD-Parteikreisen bestätigt wurde, bat Steinbrück die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD), ihm drei Adressen von sozialen Einrichtungen zu nennen, an die er das Geld anteilig überweisen könne.

Steinbrück beharrt jedoch darauf nicht gewusst zu haben, dass das Honorar für seinen Auftritt beim „Atrium-Talk“ gespendet werden sollte. Dennoch müsse er anerkennen, dass es in der Auseinandersetzung auch „eine andere Wahrnehmung als bei mir“ gegeben habe. Er hoffe jetzt durch die Spende ein Zeichen für ein „gütliches“ Ende gesetzt zu haben.

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Während die Stadt ein straffes Sparprogramm fährt, zahlt der Stadtwerke-Konzern horrende Honorare an Gastredner. Das halten Politiker aus der Ruhrgebietsstadt für unangemessen – und fordern ein Ende des „Atrium-Talks“.

Auch das kommunale Unternehmen hatte zuletzt eingeräumt, dass es keine diesbezüglichen Vereinbarungen mit dem Redner gegeben habe, weshalb der Aufsichtsrat am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammenkam. Äußerst hitzig soll es bei dem Treffen zugegangen sein, berichten Teilnehmer.

Zwei Stunden wurde getagt, dann waren die meisten Fragen gestellt – doch nur wenige ausreichend beantwortet. Immerhin fielen zwei Entscheidungen: Die Vortragsreihe „Atrium-Talk“ wird eingestampft, das Stadtwerke-Personal vorerst geschont. Personelle Veränderungen bei den Stadtwerken seien nicht geplant, sagte Ottilie Scholz, nicht nur Oberbürgermeisterin sondern auch Aufsichtsratsvorsitzende, nach der Sitzung.

Damit wird eine Veranstaltung beerdigt, die zu ihrem Start im Februar 2008 vom Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert noch als „Leuchtturmprojekt, das unser Engagement auch in der Region bekannt macht und Bochums gesellschaftliche Wertschätzung nach außen trägt“ gefeiert worden war. Mindestens 90.000 Euro steckte der Konzern zweimal jährlich in das Event, mit dessen Charity-Charakter öffentlich geworben wurde. Zu den Rednern des Promi-Treffs zählten Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, Joachim Gauck, der bei seinem Auftritt noch nicht das Amt des Bundespräsidenten bekleidete, und eben der heutige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der sich bei seinem Bochum-Besuch von Werner Hansch interviewen lassen durfte.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

08.11.2012, 17:34 Uhr

Steinbrück live:
================

■ Ich werde meine Steuererkärung nicht offenlegen.
■ Transparenz gibt es nur in Diktaturen.
■ Von einer Spende war nie die Rede.
■ Was ich spende geht niemanden etwas an.
■ Es gab "eine andere Wahrnehmung als bei mir".
■ Ich wollte schon immer spenden, habe es leider nur vergessen!
■ Ich kann/will Kanzler!

Boehm

08.11.2012, 18:48 Uhr

Ob der Edelsozialist Steinbrück nun nachträglich sein Honorar spendet ist völlig belanglos. Denn es geschieht erst auf massivsten öffentlichen Druck hin und in gewisser Hinsicht ausschließlich zur Schadensbegrenzung und somit beileibe nicht freiwillig. Bei diesen üppigen Nebeneinkünften könnte Herr Steinbrück so er Bundeskanzler wird zumindest auf einen Gutteil der Kanzlerbezüge zum Wohle Deutschlands verzichten.

Account gelöscht!

08.11.2012, 19:20 Uhr

Eine Spende macht aus Genossenfilz keinen Perserteppich.

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