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31.08.2012

19:13 Uhr

Honorarstreit

Ärzte werfen Kassen den Fehdehandschuh hin

Obwohl die Krankenkassen auf einem Geldpolster hocken, wollen sie den niedergelassenen Ärzten die Honorare kürzen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery droht mit Protestaktionen - bis hin zum Streik.

Im Honorarstreit werfen die Ärzte den Krankenkassen den Fehdehandschuh hin. dapd

Im Honorarstreit werfen die Ärzte den Krankenkassen den Fehdehandschuh hin.

FrankfurtIm Honorarstreit mit den Krankenkassen droht Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery mit Protestaktionen und Praxisschließungen der niedergelassenen Mediziner. "Am Ende wird es einen Streik geben, wenn es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung kommt", sagte Montgomery der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vorabbericht. Der Unmut sei sehr groß.

Montgomery sagte, wenn man in Nachverhandlungen kein besseres Ergebnis erreiche, werde der Streik am Ende der Eskalation stehen. Am morgigen Samstag findet eine Sondervollversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung statt.

Grund ist der Schlichterspruch des Erweiterten Bewertungsausschusses, nach dem die Ärzte nächstes Jahr 270 Millionen Euro mehr bekommen sollen. Der GKV-Spitzenverband wollte die Gesamtvergütung für niedergelassene Ärzte um 2,2 Milliarden Euro kürzen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verlangte dagegen, die Zuweisungen um 3,5 Milliarden Euro anzuheben.

Der Bewertungsausschuss besteht aus Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen.

Von

dapd

Kommentare (12)

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Humanist

31.08.2012, 20:22 Uhr

Seit ich 2001 von der PKV in die GKV gewechselt bin, ist der Beitragssatz bis 2012 um rd. 5,6% p.a. gestiegen, ohne Berücksichtigung von Leistungskürzungen, Zuzahlungserhöhungen, Praxisgebühren und ähnlichen verdeckten Beitragserhöhungen: Die GKV sind somit die absoluten Preistreiber der Nation, Inflationskassen müsste man sie nennen. Und was machen sie mit dem Geld? Sie sammeln Geldpolster, um den Politikern zu gefallen. Kann mir mal jemand diesen Schwachsinn erklären?

Monroe

31.08.2012, 20:31 Uhr

Streik ??? Wem wollen die Ärzte damit schaden?

Den Kassen? Oh NEIN !

Mit jedem Streiktag werden keine Leistungen fällig und somit müssen die Kassen nichts zahlen, aber ein Tag, an dem die Ärzte ihre Angestellten, ihre Mieten bezahlen müssen.

Sie sollten sollten über ein Erhöhung froh sein, an der PKV-Front sieht es noch viel übler aus...




– Die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der privaten Kranken­ver­sicherung (PKV) haben sich auch bei einer dreitägigen Klausursitzung vom 20. Bis 22. August in Köln nicht auf einen Rahmenvertrag für die Reform der Amtlichen Gebühren­ordnung für Ärzte (GOÄ) einigen können.

„Die Positionen liegen zurzeit so weit auseinander, dass weitere Verhandlungen in nächster Zeit keinen Sinn machen“, betonte Theo Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Gebührenordnung“, heute gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Dem Vernehmen nach beharrt der PKV-Verband auf einen pauschalen Risiko­ab­schlag für alle privatärztlichen Rechnungen in Höhe von 25 Prozent. Damit wollen die privaten Krankenversicherungen offenbar ausschließen, dass ihre Leistungsausgaben explo­dieren, falls die neue GOÄ teurer wird als kalkuliert. Windhorst: „Eine ausschließlich nach PKV-Kriterien erstellte GOÄ ist mit uns jedenfalls nicht zu machen. Dann bleibt es eben bei der alten.“

Harald

31.08.2012, 20:45 Uhr

Die Ärzte möchten knappe 10% Lohnerhöhung durchsetzen! Dies entspricht etwa der realen Inflation - Dies wissen die Ärzte auch! Der normale Arbeitnehmer hingegen muß sich mit 3% begnügen! Mal drüber nachdenken bitte!

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