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03.09.2012

06:54 Uhr

Honorarstreit

Bahr gibt Kassen Mitschuld an drohendem Ärzte-Streik

Die Verhandlungen um die Honorare für niedergelassene Ärzte stecken in der Sackgasse. Nun drohen die Ärzte mit Praxisschließungen. Bundesgesundheitsminister Bahr sieht Ärzte und Kassen in der Pflicht.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). dapd

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

BerlinBundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Krankenkassen mitverantwortlich für einen drohenden Ärzte-Streik gemacht. "Die Kassen haben mit ihren überzogenen Kürzungsforderungen den Unmut der Ärzte erzeugt", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. Zugleich betonte er, sein Ministerium habe lediglich die Rechtsaufsicht, könne aber nicht in die Verhandlungen eingreifen. Die Vergütungen seien Sache der Ärzte und Kassen. "Aus guten Gründen wurde immer verlangt, dass die Politik sich aus diesen Verhandlungen raushalten solle." Wenn es zu Praxisschließungen komme, "dann liegt die Verantwortung bei Ärzten und Kassen", sagte Bahr. 

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hatte am Donnerstag gegen die Stimmen der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) entschieden, dass die Kassenärzte insgesamt 270 Millionen Euro mehr Geld bekommen sollen.

Damit erhält jeder Arzt im Schnitt 1800 Euro mehr Honorar pro Jahr. Die KBV fordert für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten dagegen 3,5 Milliarden Euro mehr, was einem Plus von rund 23.000 Euro pro Arzt entspräche. Am Montag soll der Streit über das Honorar der niedergelassenen Ärzte in eine neue Verhandlungsrunde gehen.


Von

rtr

Kommentare (9)

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Arrogant

03.09.2012, 08:43 Uhr

Was bitte soll diese unsinnige Debatte? Wir werden in ländlichen Bereichen die Schließung von Arztpraxen erleben, so wie wir in den neuen Bundesländern in weiten Landstrichen bereits die Schließung von Postfilialen, Supermärkten, Gaststätten und vielen anderen Dienstleistern erleben mussten. An der Schließung von Artzpraxen wird dort niemand langfristig etwas ändern können.

Die Vermischung der Sorgen der ländlichen Bevölkerung mit den Bezugsforderungen der Ärzte zu vermischen, ist ethisch gesehen eine Grenzüberschreitung, die den Ärzten sehr schlecht zu Gesicht steht.

In den vielfach geführten Argumenten der Ärzte in den letzen Jahren, ist aufgrund der niedrigen Qualität dieser von ihnen geführten Argumente mein Ansehen gegenüber dieser Berufsgruppe auf den Nullpunkt gesunken.

ManfredDilrer

03.09.2012, 08:48 Uhr

"was einem Plus von rund 23.000 Euro pro Arzt entspräche."

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Das kriege ich im Jahr.
Es gibt keine Gerechtigkeit.

Arrogant

03.09.2012, 08:52 Uhr

Sollen sie doch streiken. Mit Herrn Montgomery ist diese Auseinandersetzung ohnehin unausweichlich. Herr Montgomery und Co. werden schon sehen, dass die breite Bevölkerung nur noch wenig Verständnis für die Forderungen der Ärzte aufbringt.

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