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20.08.2014

12:00 Uhr

Honorarverhandlungen

Kassenärzte fordern fünf Milliarden mehr

Auftakt zu neuen Honorarverhandlungen: Niedergelassene Kassenärzte wollen im kommenden Jahr eine Steigerung ihrer Honorare um mehr als fünf Milliarden Euro, 38.000 Euro mehr für jeden Arzt.

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Die Forderungen vornehmlich aus zwei Posten zusammen: Aufhebung der Budget-Begrenzung und höhere Ärzte-Vergütungen.“ dpa

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Die Forderungen vornehmlich aus zwei Posten zusammen: Aufhebung der Budget-Begrenzung und höhere Ärzte-Vergütungen.“

BerlinDie niedergelassenen Kassenärzte verlangen für das kommende Jahr rund fünf Milliarden Euro mehr an Honoraren. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den am Mittwoch gestarteten Honorarverhandlungen 2015 zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Demnach verlangt die KBV 15 Prozent mehr Honorar für 2015. Das entspreche im Durchschnitt 38 000 Euro mehr Honorar für jeden Vertragsarzt und Vertragspsychotherapeuten, hieß es.

Die Forderungen beziehen sich offensichtlich ausschließlich auf 2015. Zunächst hatte die KBV auch eine stufenweisen Anhebung ins Gespräch gebracht. Laut KBV-Chef Andreas Gassen setzen sich die Forderungen vornehmlich aus zwei Posten zusammen: Aufhebung der Budget-Begrenzung und höhere Ärzte-Vergütungen. Zur Zeit würden zehn Prozent der ärztlichen Leistungen nicht abgegolten - das habe 2013 rund 2,3 Milliarden Euro entsprochen.

Bei der Anhebung der Vergütung sei das Gehalt eines Oberarztes ein Richtwert. Dieses liege derzeit bei 133 000 Euro im Jahr. Damit Kassenärzte ein vergleichbares Einkommen erzielen, müssten insgesamt rund drei Milliarden Euro zusätzlich ins System gegeben werden. Der Verhandlungsführer des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, war kurzfristig erkrankt. Er wurde von der GKV-Vorsitzenden Doris Pfeiffer vertreten.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Markus Gerle

20.08.2014, 12:25 Uhr

Hier sitzen offensichtlich die falschen Verhandlungspartner am Tisch. Die unglaublichen Mehrforderungen zahlen schließlich nicht die Kassen oder die privaten Krankenversicherungen. Das zahlen die Versicherten. Als Selbständiger bin ich leider in einer PKV, bei der die Prämien im Schnitt um 7% pro Jahr steigen (DKV). Leider hat mich der Gesetzgeber im Bereich der Gesundheistfürsorge um mein Vertragsrecht beraubt. Ein Wechsel der Versicherung ist nur noch unter erheblichen finanziellen Verlusten möglich.
Wir brauchen endlich Marktwirtschaft im Gesundheitswesen. D. h., freie Versicherungswahl und Kündigigungrecht zum Ende eines jeden Jahres. Als Kunde möchte ich mit den Ärzten über die Kosten verhandeln und nicht hoffen, dass irgendwelche Versicherungs-Heinis das für mich machen. Im Gegenzug sollten Ärzte Werbung machen dürfen und auch das Recht auf freie Preisgestaltung mit Rabatten haben. So richtig kann ich das nur bei der Arztwahl im Ausland, wo es eigentlich fast überall erheblich billiger ist. Und das Apothekenmonopol gehört auch endlich abgeschafft.
Als PKV-Patient wage ich mich kaum noch in DE zum Arzt, weil die immer gleich das $ im Auge haben.
Und die GKV-Versicherten sollen nun anscheinend auch wieder mehr zahlen, damit sich jeder Arzt seinen Porsche leisten kann. Nur gefragt werden sie nicht.

Herr Peter Silberg

20.08.2014, 12:30 Uhr

"Bei der Anhebung der Vergütung sei das Gehalt eines Oberarztes ein Richtwert. Dieses liege derzeit bei 133 000 Euro im Jahr."
Das Gehalt eines Oberartes ist tariflich geregelt und von seiner "Erfahrungsstufe" abhängig. Die genannten 133 TEUR sind auf jeden Fall zu hoch gegriffen.

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