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27.10.2014

12:25 Uhr

Hooligan-Randale in Köln

„Eine neue Qualität der Gewalt“

Die Demonstration von mehr als 4000 gewaltbereiten Hooligans, die randalierend durch Köln gezogen sind, schreckt die Polizei auf. Mit Wasserwerfern setzten sich die Einsatzkräfte zur Wehr. Die Gewerkschaft ist alarmiert.

Anti-Salafisten-Demo

Hooligans liefern sich Straßenschlacht in Köln

Anti-Salafisten-Demo : Hooligans liefern sich Straßenschlacht in Köln

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Am Tag nach den Hooligan-Randalen in der Kölner Innenstadt fragt sich die Polizei: Wieso konnte die Demonstration derartige Auswüchse annehmen? Eine Antwort: Die Einsatzkräfte hatten nicht mit einer solch hohen Zahl an gewaltbereiten Demonstranten gerechnet. Mindestens 4000 Hooligans von teils verfeindeten Fußballclubs hatten sich zusammen mit Rechtsextremen in Köln zu einer Kundgebung versammelt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält diesen Zusammenschluss für eine äußert gefährliche Entwicklung. „Wenn sich diese Gruppe jetzt verfestigt und noch wächst, dann haben wir aus meiner Sicht eine neue Qualität der Gewalt“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert.

Anders als bei anderen Treffen von Rechts- oder Linksextremen gab es nicht einen gewaltbereiten Kern – den sogenannten Schwarzen Block – sondern nahezu jeder Teilnehmer der Demonstration zeigt wenig Scheu, die Polizisten anzugreifen. Es kam zu massiven Ausschreitungen, Fahrzeuge wurden umgestürzt, zahlreiche Beamte verletzt. Insgesamt wurden 44 Polizisten verletzt und rund 20 gewaltbereite Demonstranten in Gewahrsam genommen, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen auf Nachfrage.

Es sei erschreckend, welchen Zulauf die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ in den vergangenen Wochen bekommen hätten, sagte Plickert. Zu der Demonstration sind aus ganz Deutschland deutlich mehr Menschen als erwartete angereist und durch die Innenstadt marschiert.

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Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat nach der Eskalation einer Demonstration von Rechtsextremen und Hooligans in Köln Kritik am Einsatz der Polizei zurückgewiesen. „Das Polizeikonzept hat funktioniert“, sagte Jäger am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Der Veranstalter hatte ursprünglich 1500 Teilnehmer angemeldet. Weil es aber über 7000 Anmeldungen bei Facebook gab, habe die Polizei mit etwa 4000 Teilnehmern gerechnet, sagte Jäger. „Die Lageeinschätzung war ziemlich präzise.“ Die Polizei sei mit starken Kräften vor Ort gewesen und habe konsequent auf Versuche reagiert, die Polizeiketten zu durchbrechen.

„Die Demonstration ist vom Veranstalter abgebrochen worden. Aber die ehemaligen Teilnehmer haben sich geweigert, das Veranstaltungsgelände zu verlassen“, sagte Jäger. Die Polizei habe dann – auch unter Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern – alle zum Hauptbahnhof geleitet. „Das war eine schwierige Situation gestern in Köln“, sagte Jäger.

Kritik an der NRW-Landesregierung und der Behörden äußerte der nordrhein-westfälische CDU-Chef Armin Laschet. „Mein Eindruck ist, man hat die Lage nicht präzise eingeschätzt“, sagte der CDU-Bundesvize am Montag vor einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin. „Es war erkennbar, dass Rechtsradikale in großer Zahl nach Köln kommen würden.“ Daher hätte man die Kundgebung aus seiner Sicht über das Versammlungsrecht „schon im Ansatz untersagen müssen“.

Kommentare (35)

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Herr Wolfgang Trantow

27.10.2014, 08:05 Uhr

Hooligans ( Deutsche etwa?) erschrecken? Warum erschrickt man nicht beim Islam, wenn man die täglichen Meldungen liest und hört? Nur weil Hr. Gauck, Hr. Wull, Fr. Käßmann, Pferrer Germer(Berlin) und die evang. Kirche allgemein den Islam unterstützen? "Tötet Andersgläubige " scheint also bewusst gewollt zu sein bei unserern Politikern!

Herr Wilfried Schumacher

27.10.2014, 08:14 Uhr

Ich bin kein Befürworter von Hooligans und der rechten Szene, aber wenn es die Politik und Rechtsprechung im Sinne der friedlichen Demokratie nicht schafft, die Salafisten mit ihren Verbindungen in den Griff zu bekommen, dann ist es gut, wenn hier Gruppierungen einmal richtig draufhauen. Die Bedenken der Polizei der Sache Herr zu werden, kann ich verstehen. Hier muss dirngend gehandelt werden.

Herr Woifi Fischer

27.10.2014, 08:20 Uhr

„Eine neue Qualität der Gewalt“

Es ist alles alarmiert, nur die dies eingebrockt haben, nämlich die unfähigen Politiker in Berlin und den Ländern schlaffen weiter wie wenn sie dies nichts angeht, eine tolle Demokratie in der BRD!!!

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