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02.08.2011

13:00 Uhr

Horst Mahler

RAF-Anwalt unter Stasi-Verdacht

Er verteidigte die RAF-Terroristen vor Gericht, später wurde er zum Rechtsradikalen, aber war er ein Spitzel? Horst Mahler soll als IM für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet haben - angeblich hat er es selbst zugegeben.

Laut "Berliner Zeitung" soll Horst Mahler gegenüber Ermittlern zugegeben haben, für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Quelle: dpa

Laut "Berliner Zeitung" soll Horst Mahler gegenüber Ermittlern zugegeben haben, für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben.

BerlinDer ehemalige Rechtsanwalt Horst Mahler hat laut einem Zeitungsbericht eingestanden, als Inoffizieller Mitarbeiter für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Wie die „Berliner Zeitung“ aus Ermittlerkreisen erfuhr, stand Mahler von 1967 bis 1970 in den Diensten der Stasi-Hauptverwaltung A, die für die Auslandsspionage zuständig war. Die neuen Erkenntnisse stehen in Zusammenhang mit Ermittlungen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft zum Mord an dem Studenten Benno Ohnesorg im Jahr 1967. Die Generalstaatsanwaltschaft wollte den Bericht auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht kommentieren.

Offiziell hatte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Montag erklärt, keine Erkenntnisse erlangt zu haben, dass Horst Mahler als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR tätig war. Weitere Angaben können in Hinblick auf die noch andauernden Ermittlungen nicht gemacht werden. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, sie verfüge über ein offizielles Dokument, das den 75-jährigen Mahler als IM für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ausweise.

Der Rechtsanwalt, der derzeit unter anderem wegen Holocaust-Leugnung im Gefängnis sitzt, soll demnach von 1967 bis 1970 im Dienst der Stasi gestanden haben. Die Zusammenarbeit mit der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS habe erst geendet, als Mahler für die linksterroristische Rote Armee Fraktion (RAF) in den Untergrund ging. Auf die angebliche Stasi-Verstrickung stießen die Strafverfolger laut „Bild am Sonntag“ bei neuen Ermittlungen zum Tod des Studenten Benno Ohnesorg, der 1967 von dem Westberliner Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen wurde.

Die Ermittlungen gegen Kurras seien „noch nicht abgeschlossen“, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Es gebe weder einen „Abschlussbericht noch eine Abschlussverfügung“, auch seien keine Ermittlungsergebnisse von offizieller Seite veröffentlicht worden.

Im Mai 2009 war bekannt geworden, dass Kurras für die Stasi tätig war. Daraufhin hatten die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und die Berliner Staatsanwälte die Ermittlungen wieder aufgenommen. Laut „Bild am Sonntag“ spielte die Stasi im Fall Ohnesorg eine viel größere Rolle als bisher bekannt, da neben Kurras „weitere Personen mit Stasi-Hintergrund“ am Tatort gewesen seien.

Mahler sitzt derzeit unter anderem wegen Holocaust-Leugnung im Gefängnis. Zu Beginn seiner Karriere hatte er als Rechtsanwalt mehrere Mitglieder der Außerparlamentarischen Opposition (APO) verteidigt. Den Angaben aus Ermittlerkreisen zufolge endete die Zusammenarbeit Mahlers mit der Stasi, als der Anwalt 1970 nach Jordanien flüchtete, berichtete die „Berliner Zeitung“. Mahler sei ins Ausland gegangen, nachdem er bei der „Befreiung“ des Terroristen Andreas Baader mitgewirkt habe.

Kommentare (1)

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02.08.2011, 13:30 Uhr

Das wundert mich nicht.
Aber da dürfte er nicht der Einzige sein, so einige Alt-68er dürften da ebenfalls Dreck am Stecken haben
Die Zeitung Konkret, die damals heraus gegeben wurde, die Ulrike Meinhof und ihr Mann gehörte, wurde von der DDR finanziert.
Weiß das überhaupt heute noch jemand?
68er die z. T. dann später die Grünen wurden, waren in palästinens. Ausbildungsdlagern.
Es wird Zeit, dass endlich eine absolute Aufarbeitung erfolgt, auch was die Grünen angeht und jetzt, 20 Jahre nach der Einheit, auch endlich die gesamte DDR-Geschichte.
Da gäbe es für wirklich gute Journalisten eine Menge zu tun. Warum packt das keiner an?
Wer weiß z. B. heute noch, dass es Anfang der 50er Jahre auch im Westen eine FDJ gab? Ich glaube, sdie wurde 1953 von Adenauer verboten
Wer weiß noch, dass die FDJ in ihren Anfängen aus der ehemaligen Hitlerjugend bestand? Der Osten hat ja immer abgestritten, dass alte Nazis dort waren, aber das stimmt nicht. Die zogen den braunen Rock aus und den roten an und waren sofort wieder an den Schaltstellen. Ich weiß das aus der eigenen Familie (ein Onke und ein Cousin)
Genau wie heute die vielen Wendehälse aus dem Osten
All diese Typen West die damals beteiligt waren und hier die FDJ aufbauten, haben doch nie aufgehört gegen den Westen zu insistieren.
Und genau diese Typen, wie z. B. die Grünen, die ja z. T. von den kommunistichen Plattformen kommen, rennen heute durchs Land und schlagen jedem die Nazikeule um die Ohren, der auch nur ansatzweise bürgerlich-konservativ ist.
Einige Wendehälse in der SPD ebenfalls, Thierse z. B., ein ganz übler Schreier, der sieht ja schon hinter jedem Busch einen Nazi
Thierse war bis zur Wende im Innenminsterium tätig, der will mir nicht weismachen, dass er über Nacht ein lupenreiner Demokrat wurde
So kann man seinen eigenen Dreck auch übertünchen, wie die sich heute alle benehmen

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