Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2014

14:19 Uhr

Hoteliers-Aufstand

Berliner Bettensteuer wird Fall für die Richter

Am Berliner Touristenboom will auch der Finanzsenator verdienen. Privatbesucher zahlen seit Januar eine Steuer auf Übernachtungen im Hotel. Doch das wollen die Hoteliers sich nicht bieten lassen – und ziehen vor Gericht.

Für Hotelübernachtungen gilt derzeit eine Bettensteuer. Die Hoteliers in Berlin klagen dagegen. dpa

Für Hotelübernachtungen gilt derzeit eine Bettensteuer. Die Hoteliers in Berlin klagen dagegen.

BerlinAuch in Berlin ziehen die Hotels nun gegen die neue Bettensteuer vor Gericht. Stellvertretend für die Branche in der Hauptstadt hat das Hotel Westin Grand Klage gegen die sogenannte Citytax eingereicht, wie Hoteldirektor Rainer Bangert der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die Steuer sei eine Belastung für die Hoteliers und eine Zumutung für die Gäste, argumentierte er.

Das Land hatte die Übernachtungssteuer im Januar eingeführt – wie bundesweit zahlreiche Kommunen in den vergangenen Jahren. Die Steuern sind rechtlich unterschiedlich ausgestaltet, weshalb Gerichte bisher einzelne Bettensteuern kippten, andere bestätigten. Ein Sprecher des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg in Cottbus sagte am Freitag, dass es ein erstes Verfahren zur Berliner Bettensteuer gebe. Wann verhandelt wird, ist aber noch offen.

Übernachten: Alternativen zum Hotel

Hohe Preise

Bis zu 900 Prozent mehr zahlen für eine Übernachtung in einem Hotel während Großveranstaltungen? Das muss nicht sein. Die Vor- und Nachteile der beliebtesten Hotelalternativen im Überblick.

Airbnb - Vorteil

Von Apartments und Zimmern zu Baumhäusern und Booten: Auf Unterkunftsvermittlungen wie Airbnb findet man vielfältige Alternativen zum Hotel. Vorteil: Auch wenn die meisten Hotels ausgebucht sind, gibt es bei den Portalen meist noch erschwingliche Privatangebote.

Airbnb - Nachteil

Nachteil: Auch die privaten Anbieter wissen, dass die Preise während Messen steigen. Die Folge: Immer wieder berichten Airbnb-Kunden von Abzockern. So wurde einem Gast kurz vor der Anreise gesagt, dass das private Zimmer nun nicht mehr verfügbar wäre, man aber ein nettes Hotel in der Nähe empfehlen könne. Und von einem anderen Gast verlangte der Wohnungsanbieter vor Ort einen Messeaufschlag von 100 Euro.

Ferienwohnung - Vorteil

Im näheren Umkreis von Großstädten wie München und Hannover gibt es Ferienwohnungen speziell für Messegäste. Vorteil: Schon ab 25 Euro ist eine Zimmer für eine Nacht in solchen Unterkünften zu haben. Damit sind sie deutlich günstiger als die meisten Hotels.

Ferienwohnung - Nachteil

Nachteil: Viele Ferienwohnungen liegen außerhalb der Großstädte. So muss man am nächsten Tag mit dem Auto zur Messe fahren oder ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

Freunde und Verwandte - Vorteil

Vorteil: Auch kurzfristig noch in einer Messestadt unterkommen und am nächsten Morgen vielleicht sogar noch ein Frühstück in netter Gesellschaft? Mit Kontakt zu Freunden oder Verwandten geht das. Meist zahlt der Arbeitgeber auch noch einen Zuschuss, wenn man privat unterkommt.

Freunde und Verwandte - Nachteil

Nachteil: So entspannt wie in einem Hotel ist es privat oft nicht. Sich intensiv auf die anstehende Veranstaltung vorzubereiten, ist bei Freunden schwierig.

Billighotels - Vorteil

Billighotels sind in Deutschland nicht sehr beliebt, nur etwa jedes zehnte Hotel hat hierzulande einen oder zwei Sterne. Vorteil: Selbst kurzfristig bieten die niederklassigen Unterkünfte noch bezahlbare Zimmer. Meist handelt es sich um private Hotels, in denen man von den Betreibern noch einen Insider-Tipp für den Abend nach einem Messetag bekommen kann.

Billighotels - Nachteil

Nachteil: In puncto Service und Komfort muss man Abstiche machen. Außerdem kommt in diesem Segment Abzocke deutlich häufiger vor, weil die Hotels nicht wie bei einer Kette von einer Zentrale aus kontrolliert werden

Hotels in der Hauptstadt müssen vom Übernachtungspreis der Privatreisenden fünf Prozent an das Land abführen. Das Land will aus dem Touristenansturm auf die deutsche Hauptstadt Kapital schlagen, Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) verspricht sich für die Landeskasse zusätzliche Einnahmen von 25 Millionen Euro im Jahr. Für Geschäftsreisen wird die Steuer nicht fällig.

„Erklären Sie einmal einen Gast, warum er fünf Prozent mehr zahlen soll als der Gast neben ihm“, kritisierte Bangert. „Da ist der Ehrliche der Dumme“, sagte der Kieler Rechtsprofessor Florian Becker der dpa. Er hat die Berliner Klage gemeinsam mit der Hamburger Kanzlei Roser verfasst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×