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02.11.2011

18:40 Uhr

HRE-Panne

Grüne zitieren Schäuble vor den Finanzausschuss

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Kritik an Finanzminister Wolfgang Schäuble wegen der Milliarden-Panne bei der Bad Bank der Hypo Real Estate reißt nicht ab: Die Grünen verlangen jetzt, dass der Minister dem Finanzausschuss Rede und Antwort steht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

DüsseldorfDie Grünen haben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgefordert, dem Bundestagsfinanzausschuss Rede und Antwort über die Bilanzierungsfehler von 55,5 Milliarden Euro bei der HRE-Bad Bank zu stehen. „Wichtiger als personelle Konsequenzen ist derzeit eine konsequente und lückenlose Aufklärung in der Sache“, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick Handelsblatt Online. „Das ist Schäuble der Öffentlichkeit nach wie vor schuldig. Denn etliche Fragen bleiben nach wie vor offen.“

So hält Schick immer noch für ungeklärt, wo auf fachlicher und politischer Ebene konkret die Verantwortung für die Milliardenpanne liegt, und welche Teilverantwortung die Wirtschaftsprüfer dabei trifft. „Auch hat Schäuble bis heute nicht schlüssig den Widerspruch aufklären können, warum sein Ministerium bereits im September über die 55 Milliarden berichtete,  dann aber erst im Oktober erstmals von dem Buchungsfehler gehört haben will“, sagte der Grünen-Politiker. Schließlich stellten sich Fragen nach möglichen finanziellen Ansprüchen. 

Schäuble müsse daher nach wie vor dafür sorgen, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und alle offenen Fragen umfassend, schlüssig und schnell beantwortet werden, verlangte Schick. „Eine Gelegenheit hierzu bietet sich nächste Woche im Finanzausschuss: Unsere Fraktion hat eine entsprechende Befassung mit Vertretern der FMS-Wertmanagement und des SoFFin bereits beantragt.“ 

Die FMS-Wertmanagement ist die Abwicklungsanstalt (Bad Bank) der Hypo Real Estate. Die Skandalbank war in der Finanzkrise 2008 mit riesigen Summen gerettet und später verstaatlicht worden. Faule Wertpapiere im Umfang von etwa 175 Milliarden Euro wurden seinerzeit in die FMS übertragen.

Kommentare (5)

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rudorf

02.11.2011, 19:55 Uhr

Missverständnis, man mag es nicht glauben. Ich unterrichte
Buchführung/Bilanzen an einem Berufskolleg in unterschiedlichen Jahrgangsstufen und Berufsfeldern. Wenn einer meiner Schüler einen derartigen Fehler macht, gibt es ein " Ungenügend ", im Zweifel sogar keinen Abschluss.Ich behaupte dreist, dass der verehrte Herr Minister von dem
buchungstechnischen Vorgang überhaupt keine Ahnung hat und sich in die üblichen Politikersprechblasen flüchtet. 99,9 % der deutschen Bevölkerung haben ebenfalls keinen
Schimmer von den buchungstechnischen Vorgängen. Bei den
verbleibenden 0,1 % handelt es sich um Wirtschaftsprüfer,
eine Berufskaste, die abgeschafft gehört, weil in der Ver-
gangenheit Dinge testiert wurden, die eindeutug falsch waren.( Siehe Enron USA )Ich glaube nur der Bilanz, die ich selbst erstellt habe.

einheitsparteien

02.11.2011, 21:52 Uhr

Kranke Politschau - wenn die EU ruft geht es nicht um Luftbuchungen und schon gar nicht um Schuldensenkung.

N_K

02.11.2011, 23:49 Uhr

Wenn eine Kassiererin einen Pfandbon oder eine Küchenhilfe ein paar von sowieso zum Entsorgen anstehenden Lebensmittelresten im Wert von ein paar Cent mitnimmt, wird sie mit lächerlichen - an den Haaren herbeigezogenen - Argumenten wie Untreue, Diebstahl oder ähnliches fristlos entlassen (nach jahrelanger beanstandungsfreier Tätigkeit). Wenn sich überbezahlte Polit-Bankster um 55000000000 verrechnen, soll das keine Konsequenzen haben?

In welchem inzwischen zum verkommenen Schweinestall mutierten Land leben wir eigentlich?

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