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20.07.2013

09:20 Uhr

Hunderte Mails eingegangen

Handelsblatt-Leser prangern Bürokratie an

Handelsblatt-Leser kämpfen gegen Bürokratie – und wie. Hunderte Beispiele von Bürokratie-Wahnsinn erreichten die Redaktion am ersten Tag der Aktion. Das Versprechen: Der Normenkontrollrat prüft jeden einzelnen Fall.

Die Aktion läuft noch bis zum 16. August.

Die Aktion läuft noch bis zum 16. August.

DüsseldorfDie Resonanz ist beeindruckend: Schon nach wenigen Stunden waren an die hundert Beispiele für überbordende Bürokratie eingegangen. Das Spektrum der von Handelsblatt-Lesern geschilderten Fälle ist breit gestreut. Es reicht von den Problemen bei der Beantragung von Auslands-BAFöG über Erfahrungen eines Bankvorstandes mit der Deutschen Bundesbank, die Bilanz-Veröffentlichungspflicht von kleinen GmbHs, die Etikettierungspflicht für Leuchtmittel bis hin zu den Kosten für die Nutzungsänderung eines Gewerbegrundstücks. Absender sind Mittelständler aus dem Sauerland, Unternehmensberater aus Berlin, IT-Unternehmen und auch Privatpersonen.

Hintergrund der Aktion, die noch bis zum 16. August läuft: Das Handelsblatt hat seine Leser in der Freitagsausgabe dazu aufgerufen, Fälle von überflüssiger Bürokratie zu schildern. Adressat der Fallbeispiele aus der Praxis ist aber nicht nur die Handelsblatt-Redaktion. Eine Durchschrift jeder Mail geht an den Normenkontrollrat, der die Bundesregierung beim Bürokratieabbau berät. Das Expertengremium sagt zu, jeden geschilderten Fall zu prüfen. Ziel der Aktion sei es, „so dicht wie möglich an die Praxis zu kommen“, sagte Johannes Ludewig, Vorsitzender des Normenkontrollrates, dem Handelsblatt.

Ärgern auch Sie sich im Umgang mit Behörden über ein Übermaß an Bürokratie? Sind Sie davon überzeugt, dass Behörden bestimmte Abläufe viel effizienter gestalten könnten? Wo hakt es nach Ihrer Beobachtung, wenn verschiedene Behörden zusammenarbeiten müssen? Wo werden Daten gesammelt oder Belege angefordert, für die es keine sinnvolle Verwendung gibt? Wo müssen Sie Papierbelege beibringen, obwohl Daten digital vorhanden sind?

Senden Sie Ihr Beispiel für bürokratischen Ballast bis zum 16. August an buerokratie@handelsblatt.com. Schildern Sie Ihre Erfahrungen möglichst konkret, kurz und kompakt. Der Normenkontrollrat liest jeden eingesandten Fall. Das Handelsblatt wird in den kommenden Wochen einige Fallbeispiele der Leser vorlegen – und möglichst auch aufzeigen, wie Lösungen aussehen könnten. Auf Wunsch werden die Fälle anonymisiert.

Von

str

Kommentare (5)

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Schreider

20.07.2013, 11:45 Uhr

Wer wundert sich über den Bürokratiewasserkopf??? Man muss sich nur die unnötig vielen Verwaltungsebenen ansehen, die mehr mit sich selbst beschäftigt sind, teuer sind, unproduktiv sind, lahm sind, alles besser wissen und die Bürger bis ins Detail reglementieren: Kommune, Kreis, Regierungsbezirk, Bundesländer, BRD, EU. 6 x wird jeder Bürger verwaltet!!! So einen Schwachsinn sollte man mal einem armen Afrikaner erzählen, er würde es nicht glauben. Und weil Bürokratie keine Bürokratie abbaut, müsste das Volk entscheiden. Mit Sicherheit wären drei Verwaltungsebenen weg vom Fenster, die Kosten würden halbiert, die Bevormundungen der Bürger radikal reduziert. An der Wurzel dieses Systems muss massiv geschnitten werden. Dann würden auch die Lasten der kommenden Generationen erheblich gesenkt. Deutschland braucht viele Fachkräfte, also Umschulungen für das Personal in den Verwaltungsebenen, um die Lücken zu füllen. Dann brauchen wir keine ausländischen Fachkräfte zu holen. Der Fisch stinkt am Kopf: Vielleicht sollte man zuerst den Moloch EU abschaffen, der den Bürgern gar nichts bringt, denn da ist die überzogene Selbstbedienung am größten, also spart man am schnellsten.

DINO

20.07.2013, 17:05 Uhr

An den Willen und Aufbau einer lebenswerten Gesellschaft hat es in D und in anderen Ländern immer eine Mehrheit gegeben!

NUR, die Politik + LOBBY machten Ihre eigenen "Geschäfte"! Die Entwicklung in D und in Europa lief an den Bürgern oft vorbei ! Vorteile für wenige, aber davon reichlich !

Für mich hat die EU- und manche nationale Politik in den verschiedensten Ländern, auch in D , mittlerweile ein bitteren Nachgeschmack.

Es erinnert mich an den früheren ADELSTAND, unantastbar !



JohannDrude

20.07.2013, 23:35 Uhr

Ich habe gerade schon beim Artikel zu "Kein deutsches Detroit in Sicht" geschrieben: die Pensionslasten (die die arbeitende Bevölkerung zahlt) in einigen Kommunen werden in Zukunft höher als die Einnahmen sein.
Hier entsteht wirklich ein neuer Adel, gegen den sich auch keiner wirklich zu wehren trauen kann. Der Beamtenbund ist sicher die mächtigste Lobby in Deutschland.
Vielleicht unterstützen unsere Politiker deshalb so gerne Griechenland und ihre zahlreichen Beamten, Adel hat früher auch über Ländergrenzen funktioniert.

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