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04.08.2011

19:24 Uhr

Identitätskrise

Die CDU auf der Suche nach sich selbst

Nach immer mehr Wahlniederlagen hat sich die CDU nun auf die Suche nach ihrer Identität gemacht. Die Partei ist im Wandel. Doch wohin es gehen soll, ist umstritten.

Ist die Basis nicht frustriert, weil sich die Parteichefin Angela Merkel zu wenig um die Mitglieder kümmert? Quelle: dpa

Ist die Basis nicht frustriert, weil sich die Parteichefin Angela Merkel zu wenig um die Mitglieder kümmert?

BerlinAntworten können so einfach sein. Die CDU hat sich auf die Suche nach ihrer Identität gemacht, die manch Anhänger schon verloren glaubt. Nach immer mehr Wahlniederlagen gehen die Meinungen immer weiter auseinander, was diese Volkspartei noch im Innersten zusammenhält. Für Kerstin Hoppe ist der Fall dagegen klar: „Die CDU steht für die positiven Dinge im Leben.“ Fertig.

Die schwarze Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee im roten Brandenburg sagt das ohne jede Provokation. Sie spricht mit solch einer Begeisterung über ihre Partei, dass die ganze miese Stimmung und Kritik in und an der CDU für diesen Moment etwas übertrieben erscheint. Nach heftigem Regen erhellen Sonnenstrahlen den schönen See und Hoppe sagt: „Die CDU hat keine Träumer, sondern Realisten.“

Aber hat Baden-Württembergs früherer CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel nicht recht, dass sich die CDU auf ihre Stammwähler und das C im Namen rückbesinnen müsse? Dass durch die Kehrtwenden in der Atom-, Bundeswehr- und Schulpolitik der Verlust ihrer Werte drohe? Gefährdet der Wählerschwund nicht ihren Charakter als Volkspartei? Ist die Basis nicht frustriert, weil sich die Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel zu wenig um die Mitglieder kümmert?

Nein, meint Hoppe, die erst 2001 in die CDU eintrat und schon seit 2003 Bürgermeisterin ist. Die Bauingenieurin listet auf: „Die CDU steht für den christlichen Glauben, die Demokratie und eine Mischung aus sozialem und wirtschaftlichem Interesse.“ Die 45-Jährige hat Erfahrung mit schweren Zeiten.

„Anfangs konnten es viele Bürger nicht begreifen: Eine junge Frau von den Schwarzen wurde im roten Brandenburg Bürgermeisterin.“ Ihre Bilanz: 2006 wurde eine Ganztagsschule gegründet - lange bevor sich die Parteispitze für integrierte Schulen öffnete. Die Verschuldung in der Gemeinde sank von 1100 auf 500 Euro pro Kopf, während der Bund immer neue Schulden aufnahm. Die Gemeinde wurde zum Großteil als Erholungsort staatlich anerkannt. 2010 wurde Hoppe wiedergewählt. Knapp: mit 50,8 Prozent. Als Bürgerin mit „DDR-Prägung“ weiß sie, was Veränderung heißt, und dass man keine Angst davor haben darf.

Veränderung. Sie ist wohl eine der wichtigsten Konstanten der Union - wie für andere Parteien auch. „Wenn sich die Werte der Gesellschaft verändern, kann man nicht daran festhalten“, sagt eine Vertrauensperson Merkels. „Stützen 150-prozentige Katholiken die Union als Volkspartei, wenn ihrer Kirche die Mitglieder weglaufen? Darf die CDU an Kinder-Küche-Kirche festhalten, wenn Frauen arbeiten und ihre Kinder betreuen lassen wollen? Soll die CDU profilbildende Kontroversen anzetteln, wenn Gräben wie bei Atomkraft und Zuwanderung bereits zugeschüttet sind?“ Die Antwort wird mitgeliefert: „Nein.“

Die Welt sei im Wandel, da müssten sich auch die Parteien neu finden. Die CDU dürfe auch nicht mehr so stark das Gefühl vermitteln, dass sie nur für die Wirtschaft da sei. Ohne Anerkennung für ihre Sozialpolitik werde sie breite Schichten der Gesellschaft nicht erreichen. Die Parteichefin bemühe sich um Mittelwege und das werde dann wieder als unentschlossen und beliebig kritisiert.

Kommentare (3)

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azaziel

04.08.2011, 21:35 Uhr

Das seichte Gefasel dieses Artikels klingt, als stamme es aus der Feder der Kanzlerin selbst. Sich veraendernde wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen verlangen nach knallharten, wohldurchdachten, nachhaltigen Konzepten. Wir werden zukunftsfaehig, wenn wir Prioritaeten in Bereichen setzen, die wir als lebensbedrohend fuer Gesellschaft, Wirtschaft und Staat erkennen. Man kann keine konsistenten Konzepte entwickeln, wenn man keine Ueberzeugungen hat. Die Kanzlerin hat keine und stolpert ohne Kompass durch die Tagespolitik. Ihre Partei laesst sie gewaehren. An die Adresse von Herrn Teufel: Froemmeln und das Betonen des C erfreuen vielleicht die Christen in Land und Partei, aber Konzepte erwachsen daraus noch lange nicht. Konzepte erfordern Arbeit und Mut sich auch fuer Unpopulaeres einzusetzen. Die Stimmen, die in diesem Artikel zu Wort kamen zeigen: die CDU marschiert in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Alles.ausser.Deutsch.Konservativ

04.08.2011, 21:52 Uhr

So lange die CDU alles fördert - ausser den normalen deutschen Hetero-Mann, ist sie abgewirtschaftet.

Es leben die Schwulen, die Frauen, die Quoten-Emanzen, die Migranten, die Ossis, und und und.

Am Arsch ist nur der deutsche Mann. Der wählt keine CDU mehr.

Account gelöscht!

05.08.2011, 18:15 Uhr

Was sit denn das für ein seichter Artikel?
Und diese Kerstin Hoppe, kennt sie irgendwer? Hat die bundespolit. was zusagen?
Also so ein Beispiel das ist Kindergarenniveau, aber kein ernst zu nehmender Beitrag zur Situationd er CDU

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