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09.06.2016

14:29 Uhr

Ifo-Chef im Handelsblatt-Clubgespräch

„Trump kann die Wahl gewinnen“

VonKerstin Leitel

US-Wahl, Brexit, EZB-Politik – der neue Ifo-Chef Fuest spricht beim Wirtschaftsclub des Handelsblatts in München über die großen Themen der Zeit. Er sieht „ein reales Risiko“, dass Trump der nächste US-Präsident wird.

Ifo-Chef Clemens Fuest (r.) mit Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts: „Gottseidank ist es in den USA nicht so entscheidend, wer der Präsident ist“.

Wirtschaftsclub des Handelsblatts in München

Ifo-Chef Clemens Fuest (r.) mit Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts: „Gottseidank ist es in den USA nicht so entscheidend, wer der Präsident ist“.

MünchenDer neue Ifo-Präsident Clemens Fuest findet ebenso deutliche Worte wie sein bekannter Vorgänger Hans-Werner Sinn: Beim Treffen des Wirtschaftsclubs des Handelsblatts, hoch über den Dächern Münchens, spricht der Ökonom am Mittwochabend offen zum Thema Brexit, über die Politik der EZB und den möglichen Ausgang der US-Präsidentschaftswahl in den USA - und sorgt mit seinen schlagfertigen Kommentaren mehr als einmal für Lacher. Rund 100 Gäste waren gekommen, um mit dem Volkswirt und Senior Editor des Handelsblatts, Hans-Jürgen Jakobs, zu diskutieren.

Am 8. November wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, die besten Chancen werden dem US-Milliardär Donald Trump und der ehemaligen Präsidentengattin und Senatorin Hillary Clinton eingeräumt. „Ich glaube, dass Trump die Wahl gewinnen kann“ sagte Fuest. Clinton sei „eine extrem schwache Kandidatin“. Sie wäre seiner Meinung nach zwar eine „sehr gute Präsidentin“, doch es sei fraglich, ob sie den Wahlkampf durchstehe, schließlich sei eine Schlammschlacht zu erwarten. Es bestehe somit „ein reales Risiko“, dass Trump tatsächlich gewinne. „Gottseidank ist es in den USA nicht so entscheidend, wer der Präsident ist“, sagte Fuest mit Verweis auf die Gewaltenteilung.

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Weniger optimistisch zeigte sich der Ökonom beim Thema Brexit: Die Abstimmung über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) am 23. Juni werde „denkbar knapp ausfallen“, prognostiziert der Volkswirt, der mehrere Jahre selbst in Großbritannien gelebt und in Oxford gelehrt hatte. In den Umfragen verschiebe sich das Verhältnis immer mehr in Richtung Brexit-Befürworter, gab Fuest zu bedenken. In Großbritannien werde in der Diskussion der Ausdruck „shackled to a corpse“ verwendet - was soviel bedeutet wie „gekettet an einen Leichnam“. „Der Leichnam, das sind wir, die Eurozone“. Und deren Probleme seien ein wichtiger Grund dafür, dass es die EU-Gegner in Großbritannien leicht hätten.

Es heiße dort: „Ihr hängt da an einer Verlierergemeinschaft, wir müssen uns davon lösen.“ Sollte es zu einem Brexit kommen, hat das nach Meinung des Wirtschaftsexperten schwere Folgen – vor allem auch für Deutschland. Die Machtverhältnisse in der EU könnten sich verschieben, Großbritannien drohe kurzfristig in eine Rezession abzurutschen. Fuest rechnet aber damit, dass sich die Briten für einen Verbleib entscheiden.

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