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25.05.2016

10:41 Uhr

Ifo-Index

Bessere Stimmung in der Wirtschaft

Von Brexit-Ängsten keine Spur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt im Mai stärker als erwartet auf 107,7 Punkte. Vor allem in vier Bereichen der deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung verbessert.

Konjunkturumfrage

Darum geht es der deutschen Wirtschaft so gut

Konjunkturumfrage: Darum geht es der deutschen Wirtschaft so gut

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MünchenDie deutsche Wirtschaft bleibt trotz mauer Weltkonjunktur und Sorgen über einen EU-Abschied Großbritanniens im Aufwind. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai überraschend kräftig von 106,7 auf 107,7 Punkte, wie das Münchner Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Das ist der beste Wert seit Dezember 2015.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Mini-Zuwachs auf 106,8 Zähler gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft wächst robust“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate optimistischer, ebenso ihre derzeitige Lage.

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Die deutsche Wirtschaft wächst weiter. Wenigstens vordergründig. Doch so gut wie es auf den ersten Blick scheinen mag, geht es der deutschen Wirtschaft nicht. Eine Analyse.

Die Stimmung verbesserte sich in vier wichtigen Bereichen: In der Industrie, in der Baubranche sowie im Groß- und Einzelhandel. „Die Bauwirtschaft erreicht sogar ein Rekordniveau“, sagte Fuest. Lediglich die Dienstleister meldeten einen Rückgang.

„Pünktlich zum Mai blüht auch die Stimmung in den Unternehmen auf“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Von Brexit-Ängsten kann jedenfalls keine Rede sein“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Das deutsche Unternehmerlager sieht der bevorstehenden Volksabstimmung in Großbritannien gelassen entgegen.“

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

In rund vier Wochen wird dort über den Verbleib in der Europäischen Union abgestimmt. Ein Abschied würde auch die deutsche Wirtschaft treffen, ist doch Großbritannien nach den USA und Frankreich der drittwichtigste Absatzmarkt für die Exporteure - noch weit vor China.

Die deutsche Wirtschaft war von Januar bis März mit 0,7 Prozent so kräftig gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr - vor allem wegen höherer Investitionen und Konsumausgaben. „Im zweiten Quartal dürfte sich die Chance erhöht haben, dass es nur zu einer leicht verringerten Wachstumsrate kommt“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf zum Ifo-Anstieg. Die Bundesregierung geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr mit 1,7 Prozent genauso schnell wächst wie 2015.

Von

rtr

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