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26.06.2014

10:33 Uhr

Ifo-Konjunkturprognose

Deutscher Aufschwung setzt sich fort

Die deutsche Wirtschaft wächst weiter: Das Ifo-Institut erwartet für 2014 ein Wachstum von 2,0 und für 2015 von 2,2 Prozent. Garant für den Aufschwung seien investitionsfreudige Unternehmen. Doch es gibt auch Risiken.

Die Exporte legen zu, die Importe werden noch stärker steigen. dpa

Die Exporte legen zu, die Importe werden noch stärker steigen.

MünchenDer deutsche Konjunkturmotor läuft weiter rund. Die Wirtschaft wird nach Einschätzung des Ifo Instituts in diesem Jahr noch ein bisschen stärker wachsen als bisher angenommen. Die Münchner Wirtschaftsforscher erhöhten ihre Konjunkturprognose von 1,9 auf 2 Prozent Wachstum.

„Der Aufschwung ist robust und verstärkt sich“, sagte Kojunkturexperte Timo Wollmershäuser am Donnerstag. Das werde die Arbeitslosigkeit weiter drücken, die Einkommen erhöhen und auch dem Staat zusätzliche Einnahmen verschaffen.

Zuvor hatten bereits andere Institute ihre Vorhersage nach oben korrigiert und sind damit noch zuversichtlicher als bereits im April. Damals hatten die vier für die Gemeinschaftsdiagnose zuständigen Einrichtungen ein Wachstum von 1,9 Prozent für dieses Jahr vorhergesagt. Noch optimistischer ist das Ifo Institut für das kommende Jahr. 2015 dürfte die Wirtschaft um 2,2 Prozent zulegen.

DWS-Prognose: Konjunktur

Weltwirtschaft: Solides Wachstum

Nach Ansicht der Experten der DWS ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel“, sagte Asoka Wöhrmann, Chefstratege und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH.

Europa: Auf Erholungskurs

Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung - vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa.

EU-Konjunktur: Kaum Inflation

Deswegen dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann. „Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht“, so der Chefstratege.

Deutschland: Keine Blase

„Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten“, sagte Wöhrmann. Die DWS empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

USA: Positiver Ausblick

Die Dynamik für höheres Wachstum weltweit dürfte im kommenden Jahr von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht durch einen Shutdown selbst im Weg, dürfte es den moderaten Wachstumskurs beibehalten.

Asien: Japan gewinnt

Japan wird eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase des Premierministers Shinzo Abe (Abenomics) im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm.

China: Positive Impulse

Auch China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen.

„Voraussetzung ist, dass sich der Konflikt um die Ukraine nicht verschärft und dass es wegen der Kämpfe im Irak keine Preisexplosion beim Öl gibt“, sagte Wollmershäuser. Dazu müsse sich die Lage im Euroraum weiter stabilisieren. Dennoch überwiege Zuversicht. „Die Rahmenbedingungen in Deutschland sind weiter äußerst günstig.“

Dazu gehörten die niedrigen Zinsen, steigende Einkommen, ein schwacher Preisanstieg und die hohe Auslastung der Industrie, deren Produkte weltweit gefragt seien. „Am Arbeitsmarkt wird sich der Aufschwung auch bemerkbar machen.“ Die Einführung des Mindestlohns würde diese Entwicklung aber überschatten, da er die Arbeitskosten deutlich erhöhe. Ohne den Mindestlohn würde die Arbeitslosigkeit noch stärker zurückgehen.

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