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23.12.2011

09:42 Uhr

IG-Bau-Chef

Wiesehügel fordert einheitlichen Mindestlohn

Klaus Wiesehügel hat einen einheitlichen Mindestlohn in Deutschland gefordert. Der Chef der Gewerkschaft IG Bau macht die Politik für die „nur geringen“ Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre verantwortlich.

IG-Bau-Chef Klaus Wiesehuegel fordert einen einheitlichen Mindestlohn. ap

IG-Bau-Chef Klaus Wiesehuegel fordert einen einheitlichen Mindestlohn.

BerlinDer Chef der Gewerkschaft IG Bau, Klaus Wiesehügel, hat einen einheitlichen Mindestlohn in Deutschland gefordert. Um dem Lohndumping ein Ende zu setzen, komme man nicht mehr um einen branchenübergreifenden Mindestlohn herum, sagte Wiesehügel der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe). Die Tarifparteien könnten oberhalb dieser Marke für ihre Branche eigene, höhere Mindestlöhne vereinbaren.

„Der unterste Mindestlohn sollte aber so hoch sein, dass man damit nach seinem Arbeitsleben eine eigene, zum Leben reichende Rente bekommt“, forderte Wiesehügel. Das sei bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro schon schwierig genug.

Wiesehügel machte das politische Klima in Deutschland zu einem Großteil verantwortlich dafür, dass die Löhne und Gehälter über die Jahre nur gering gestiegen seien. „Seit der Regierungszeit von Gerhard Schröder ist die Politik nur unterwegs, um Strategien zur Lohnsenkung zu entwickeln.“ Hierzulande gelte die These: „Wenn es den Unternehmern nur gut genug geht, geht es auch allen anderen gut. Deswegen könnten die Arbeitgeber auch nicht soviel an Lohn zahlen.“

Der Gewerkschaftschef bezeichnete diese Strategie als verheerend. Denn man dürfe Unternehmern nicht gestatten, Löhne zu zahlen, von denen niemand leben könne, ohne dass der Staat aufstocke.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.12.2011, 10:15 Uhr

Ich denke hier irrt Herr Wiesehügel, waren es nicht die Gewerkschaften, die in Absprache mit Herrn Schröder und der Industrie, die Löhne nicht steigen zu lassen???
In diesem ganzen Jahr war von Herrn Wiesehügel nichts zu hören.
Steht vielleicht eine Wahl an?
Möchte er sich auf Kosten seiner Mitglieder in Position bringen???
Was er hier verlauten lässt, grenzt an verarsche seiner Mitglieder.
Warum werden solche nichtssagenden Artikel im HB abgedruckt?
Es ist wie im Sozialismus, alles muss einheitlich sein, was für eine Farce.
Es ist beschämend für die Gewerkschaften, dass sie nach einem Mindestlohn schreien!!! Wäre es nicht ihre Aufgabe, in Verhandlungen mit den Arbeitgebern vernünftige Löhne auszuhandeln???
Danke

Account gelöscht!

23.12.2011, 10:21 Uhr

Unterschiedliche - nach Branchen regulierte Mindestlöhne - sind vor allem verwaltungstechnischer Schwachsinn. Das Prinzip der Teil- und Teilchenregelung um irgendwelchen Spezialfällen gerecht zu werden, ist kompletter Unsinn, schon weil er die Verwaltung völlig blödsinnig aufbläht.

Gerechtigkeit hat auch etwas mit Einfachheit zu tun. Aufgeblähte Regelungen sind intransparent und damit von vornherein ungerecht. Also bitte her mit dem einheitlichen Mindestlohn. Der effiziente Überprüfbarkeit und Durchführbarkeit von Gesetzen muß im Sinne einer schlangen Verwaltung Rechnung getragen werden.

TarifSherriff

04.03.2012, 12:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Fischer
Sie fragen sich, ob es nicht die Aufgabe der Gewerkschaften sei, mit den Arbeitgebern vernünftige Löhne auszuhandeln.
Nun, das ist es in der tat. Aber davon hängen einige Faktoren ab. Eine Gewerkschaft benötigt viele Mutige Mitglieder, die bei Tarifverhandlungen richtig Dampf machen können. Wenn in einem Betrieb die hälfte der Belegschaft Gewerkschaftlich Organisiert ist, und für eine gerechtere Entlohnung streitet, und die andere hälfte nur abwartet das endlich anständige Löhne gezahlt werden, dann stimmt EINIGES nicht. Alle müssen an einem Strang ziehen, das heißt alle Mitarbeiter einer Firma müssen eine Gemeinsame Sprache sprechen wenn es vorwärts gehen soll.
Die Arbeitgeber sollten ihren Geiz etwas zurückstellen. Dann wäre das Tagtägliche Miteinander Schaffen auch etwas erträglicher.
Ansonsten gilt der Satz: Lohndumping ist Chefsache!

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