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19.03.2013

14:00 Uhr

IG-Metall-Chef Huber

Tarifabschluss „natürlich“ über drei Prozent

Ein Tarifabschluss oberhalb von drei Prozent steht für IG-Metall-Chef Berthold Huber in der aktuellen Runde außer Frage. Dabei stützt sich der Gewerkschaftschef auf die Ergebnisse der letzten zwölf Jahre.

IG-Metall-Chef Berthold Huber. dpa

IG-Metall-Chef Berthold Huber.

FrankfurtIG-Metall-Chef Berthold Huber erwartet in der am Dienstag begonnenen Metall-Tarifrunde „natürlich“ einen Abschluss oberhalb von drei Prozent. Es sei der IG Metall in den vergangenen zwölf Jahren stets gelungen, den „verteilungsneutralen Spielraum“ aus gesamtwirtschaftlichem Produktivitätszuwachs und Inflation auszuschöpfen, sagte der Gewerkschaftschef am Montagabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

Bei einem Produktivitätszuwachs von 1,5 Prozent und einer Zielinflation von 2 Prozent ergibt sich nach IG-Metall-Rechnung ein Spielraum von derzeit rund 3,5 Prozent.

Tarifsteigerungen nach Branchen in 2012

Platz 1

Das Investitionsgütergewerbe mit einem Plus von 3,3 Prozent.

Platz 2

Das Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit einem Plus von 3,0 Prozent.

Platz 3

Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft mit einem Plus von 2,9 Prozent.

Platz 4

Das Nahrungs- und Genussmittelgewerbe mit einem Plus von 2,8 Prozent.

Platz 5

Der Handel mit einem Plus von 2,7 Prozent.

Platz 6

Private Dienstleistungen, Organisationen ohne Erwerbszweck mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Platz 7

Das Baugewerbe mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Platz 8

Verkehr und Nachrichtenübermittlung mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Platz 9

Gebietskörperschaften, Sozialversicherung mit einem Plus von 2,2 Prozent.

Platz 10

Das Verbrauchsgütergewerbe mit einem Plus von 2,1 Prozent.

Platz 11

Energie- und Wasserversorgung, Bergbau mit einem Plus von 2,1 Prozent.

Platz 12

Kreditinstitute, Versicherungsgewerbe mit einem Plus von 2,0 Prozent.

Zusätzlich sei in der aktuellen Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld eine Konsum- oder Umverteilungskomponente von 2 Prozentpunkten enthalten, erläuterte Huber. Dies solle wegen der starken Wirtschaftsschwankungen für eine kurze Laufzeit über zwölf Monate vereinbart werden.

Der IG-Metall-Chef verteidigte die Tarifforderung, die sich keineswegs an wenigen „Champions“ unter den Unternehmen orientiere. „Dann müsste man den Flächentarif aufgeben.“ Die Belastung orientiere sich am unteren Durchschnitt der Leistungskraft der Betriebe.

Huber lehnte Forderungen der Arbeitgeber nach flexiblen Elementen im kommenden Tarifvertrag nicht grundsätzlich ab, verwies aber auf die zahlreichen tariflichen Instrumente, die Unternehmen zur Verfügung stünden, wenn sie in Schwierigkeiten gerieten.

Von

dpa

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