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28.12.2011

15:31 Uhr

Ilse Aigner

„Die Philosophie hinter der Facebook-Timeline ist absurd“

VonDaniel Delhaes

ExklusivVerbraucherministerin Ilse Aigner kritisiert die neueste Facebook-Entwicklung als „Farce“. Im Interview erklärt sie, welche Gefahren Datenkraken bergen und weshalb sie Vermögensberatung auf Honorarbasis befürwortet.

Aigner wirft Facebook vor, die Privatsphäre seiner Mitglieder zu ignorieren. dapd

Aigner wirft Facebook vor, die Privatsphäre seiner Mitglieder zu ignorieren.

Frau Aigner, sind Sie froh, dass dieses schwierige Jahr 2011 zu Ende geht?

Ilse Aigner: Ich glaube, dass jeder nach einem politisch so turbulenten Jahr froh ist, wenn einige Tage der Besinnung einkehren.

Die Koalition befindet sich seit Monaten im Stresstest.

So könnte man es ausdrücken. Es war für alle ein sehr forderndes Jahr. Es gab Entscheidungen, die uns sehr schwer gefallen sind. Die gesamte Euro-Rettung hat natürlich langfristige Konsequenzen, über die abzustimmen nicht einfach war. Das hat die Bürger zu Recht bewegt.

Innenpolitisch wäre der Union fast die FDP als Koalitionspartner abhandengekommen.

Mal langsam! Die FDP ist auf einem guten Weg, und wir als Union arbeiten gut mit den Liberalen zusammen. Durch den Mitgliederentscheid hat die FDP jetzt eine wichtige Klärung herbeigeführt. Ich gehe davon aus, dass die FDP weiter mit ganzer Kraft daran arbeitet, dass die Koalition insgesamt und damit auch die FDP an Zustimmung gewinnt.

Wird die Union der FDP dabei helfen?

Selbstverständlich.

In welcher Form?

Als Koalitionspartner unterstützen wir uns selbstverständlich. Das heißt ja nicht, dass wir in allem einer Meinung sind. Aber Debatten über eine gemeinsame Position müssen nicht unbedingt in der Öffentlichkeit geführt werden. Wichtig ist, dass die Koalition nach außen geschlossen auftritt, dass sie gefundene Kompromisse gemeinsam vertritt und es versteht, ihre Erfolge deutlich zu machen.

Auch Sie hatten persönlich Ihre Stresstests, vor allem bei Lebensmitteln. Wie sieht aus Ihrer Sicht eine gesunde Balance zwischen Verbraucher und Wirtschaft aus?

An erster Stelle und über allem steht die Sicherheit der Lebensmittel. Wichtig ist aber auch ein Höchstmaß an Transparenz. Dann können sich die Verbraucher optimal informieren und entscheiden. Deswegen haben wir etwa mit der Verbraucherzentrale ein Internetportal aufgebaut, um mit den Verbrauchern über die Kennzeichnung von Lebensmitteln zu diskutieren.

Jeder erwartet, dass die Produkte im Geschäft in Ordnung sind. Wie mündig kann und will der Verbraucher sein?

Keine Frage: Die Behörden müssen zu jeder Zeit gewährleisten, dass alle Lebensmittel sicher sind. Ihre Frage impliziert, es gäbe den klassischen Verbraucher. Aber den gibt es nicht. Es gibt gut informierte Konsumenten, sehr kritische und nachdenkliche, aber eben auch solche, für die ein möglichst niedriger Preis wichtiger ist als transparente Kennzeichnung der Lebensmittel.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

28.12.2011, 16:09 Uhr

Ob die Facebook-Timeline "absurd" ist oder nicht, sollten man den Nutzern überlassen. Ich persönlich finde eine Mitgliedschaft in der CSU absurd.

Account gelöscht!

28.12.2011, 16:38 Uhr

Jau, meine absolute Zustimmung. Absurd finde ich es auch, dass diese Tante es unterstützt, dass Lebensmittel in den Tank - E 10 - kommen und dafür sogar Regenwälder brandgerodet werden.

kleinfeld

28.12.2011, 18:10 Uhr

Der deutsche Staat selbst sammelt Daten ohne Ende. Mir ist bis heute noch nicht klar, warum die Politik ein Gesetz zur Gebäude-und Wohnungszählung - Zensus 2011 geschaffen hat. Welche Fragen möchte die Politik sich mit diesen Antworten beantworten können?
Facebook ist natürlich den Städten und Gemeinden ein Dorn im Auge. Waren sie es sonst immer, die die persönlichen Daten der Bevölkerung verkauft haben. Siehe GEZ usw. Nun verdient Facebook damit Geld. Das passt der Politik nicht und die Geheimdienste haben bald weniger Daten als Facebook und werden damit nicht mehr gebraucht!

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