Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.03.2004

07:19 Uhr

Im Herbst auf Darlehen des Bundes angewiesen

Rentenkassen geht das Geld aus

Die gesetzliche Rentenversicherung könnte im Herbst erstmals in ihrer Geschichte zur Sicherung ihrer Zahlungsfähigkeit auf ein Darlehen des Bundes in Milliardenhöhe angewiesen sein. Im November drohten die Finanzreserven der Rentenversicherung auf nur noch 250 Mill. Euro abgeschmolzen zu sein, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Christian Zahn.

Foto: dpa

Foto: dpa

pt BERLIN. „Sollte die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr nur geringfügig ungünstiger verlaufen als in den Annahmen unterstellt, würde deshalb die Inanspruchnahme eines zinslosen Bundesdarlehens notwendig werden.“

Bis dahin könnten eventuelle Liquiditätsengpässe durch ein Vorziehen des Bundeszuschusses zu den Monatsrenten ausgeglichen werden. Im November sei der gesamte Zuschuss vom Bund aber bereits ausgezahlt, so dass es nichts mehr vorzuziehen gäbe und nur noch ein Darlehen in Frage käme. Dies müsste laut BfA-Direktor Klaus Michaelis dann auch bei der Festsetzung des Beitragssatzes für das Jahr 2005 berücksichtigt werden.

Grund für die Warnung der Rentenversicherer ist die schwache Einnahmeentwicklung. Wie BfA-Präsident Herbert Rische erläuterte, blieben die Beitragseinnahmen im Januar und Februar um 100 Mill. Euro hinter den Schätzungen von November zurück. Sie seien damit um 0,8 % geringer ausgefallen. Erwartet worden sei dagegen ein Plus in derselben Höhe. Wenn es in diesem Jahr permanent schlechter werde, reiche die Schwankungsreserve nicht aus, um Engpässe im laufenden Jahr auszugleichen, erklärte Rische.

Besondere Probleme bereiten den Rentenversicherungsträgern die Zahlungen, die sie monatlich für die gesetzlich krankenversicherten Rentner an den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen zahlen müssen. Ende November fehlten die dafür erforderlichen rund 1,5 Mrd. Euro, erklärte Rische. Eine Lösung der Finanzprobleme erhofft sich Zahn vom Verkauf der BfA-eigenen Wohnungsbaugesellschaft Gagfah. Sie steht mit 1,6 Mrd. Euro in den Büchern. Gelinge der Verkauf, seien die Finanzprobleme gelöst, erklärte Zahn.

Quelle: Handelsblatt

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×