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18.06.2014

16:49 Uhr

Im Regierungsflieger nach Brasilien

Linksfraktionsvize verteidigt WM-Reise mit Merkel

VonDietmar Neuerer

ExklusivVor vier Jahren hatte die Linke das Angebot Merkels noch ausgeschlagen. Jetzt waren sie mit an Bord im Regierungsflieger, als es zur Fußball-WM ging. Die Aufregung darüber kann Fraktionsvize Bartsch nicht verstehen.

Dietmar Bartsch, Vize-Vorsitzender der Linksfraktion: Im fast leeren Regierungsflieger zur WM nach Brasilien. dpa

Dietmar Bartsch, Vize-Vorsitzender der Linksfraktion: Im fast leeren Regierungsflieger zur WM nach Brasilien.

BerlinDer Vize-Vorsitzende Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat die Kritik des FDP-Präsidiumsmitglieds Volker Wissing an seiner Mitreise im Regierungs-Airbus zum Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien scharf zurückgewiesen.

„Herr Wissing hat die schwere Niederlage der FDP offensichtlich nicht verdaut, vor allen Dingen nicht begriffen: Es ist wichtig, dass die Opposition gerade auch bei solchen Ereignissen Flagge zeigen sollte“, sagte Bartsch Handelsblatt Online. „Dabei war ich natürlich kein Feigenblatt.“

Wissing hatte es bei Handelsblatt Online als bemerkenswert bezeichnet, wie billig die linke Opposition im deutschen Bundestag zu haben sei. „Es ist peinlich und erklärungsbedürftig, wenn linke Bundestagsabgeordnete sich von der Kanzlerin zu einem Abstecher zur Fußball-WM mitnehmen lassen“, sagte der FDP-Politiker. „Das Verhalten der Linken ist Ausdruck des Versagens der Opposition im Deutschen Bundestag, die lieber mit der Kanzlerin kuschelt, statt eine glaubwürdige Alternative zur Regierungspolitik.“

Aus den Bundestagsfraktionen hatte auf Einladung des Kanzleramts jeweils ein Abgeordneter die Kanzlerin zum Portugal-Spiel begleiten können. Vor vier Jahren hatte die Linke ihre Zusage zur Begleitung der Kanzlerin zur WM nach Südafrika kurzfristig wieder zurückgezogen – auch wegen der hohen Kosten für die kurze Visite. Auch diesmal war Merkel mit einer kleinen Delegation nach Brasilen geflogen. Laut Medienberichten waren insgesamt 15 Personen in dem Airbus A340, der 142 Passagieren Platz bietet. Eine Flugstunde mit der Maschine kostet nach Angaben des Steuerzahlerbunds etwa 12.000 Euro. Hin und zurück dauert ein Flug 25 Stunden.

Auch der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Christian Lüth, äußerte scharfe Kritik. „Dass sich die Linke in Vertretung von Herrn Bartsch als Feigenblatt missbrauchen lässt, erstaunt nicht sonderlich, verdeutlicht es doch die Doppelmoral dieser Partei“, sagte Lüth Handelsblatt Online.

Kommentare (16)

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18.06.2014, 16:28 Uhr

Schön, dass sich nun auch die LINKEN als Blockpartei geoutet haben. Da weiss wenigstens auch der Dödel / die Dödelin, die die LINKEN gewählt haben, was sie davon haben.

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18.06.2014, 16:30 Uhr

"Linksfraktionsvize verteidigt WM-Reise im Merkel-Airbus"

Natürlich, denn jeder darf irgendwann einmal als Teil einer Regierung so richtig in die Kasse hineingreifen, die vom Steuerzahler gefüllt wird. Deswegen kritisiert man besser nicht, wenn das andere tun.

Das, was sich früher "parlamentarische Demokratie" nannte ist mittlerweile vollkommen zur Parteien-Kleptokratie verkommen.

Account gelöscht!

18.06.2014, 17:39 Uhr

Ich finde es nicht problematisch, dass Abgeordnete nach Brasilien fliegen. Dann können wenigstens mehr Leute die Nationalmannschaft anfeuern.
Überrascht war ich damals über die FDP, als Westerwelle seinen Liebhaber mit auf Geschäftsreise nahm.

Man hätte die Maschine voll ausbuchen sollen. Jeder Abgeordnete hätte 1000,- als Unkostenbeitrag beisteuern können, dann hätte sich auch keiner aufgeregt.

Hallo Merkel, beim nächsten Mal will ich auch mitfliegen.

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