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07.08.2013

10:23 Uhr

Im Wahlkampf neu in der Partei

Warum gerade jetzt?

VonStefan Kaufmann

Den Volksparteien laufen die Mitglieder davon, den Kleinen geht es kaum besser. Trotzdem gibt es junge Menschen, die „Jetzt erst recht“ sagen – und in eine Partei eintreten. Warum, haben sie Handelsblatt Online erzählt.

DüsseldorfUnter den Parteien im Bundestag sind die Grünen die Ausnahme: Nur der Ökopartei ist es gelungen, in den vergangenen Jahren die Zahl ihrer Mitglieder zu steigern - von 45.000 im Jahr 2008 auf fast 60.000 Ende 2012. Alle anderen großen Parteien beklagen einen Mitgliederschwund (siehe Grafik). So haben CDU und SPD im gleichen Zeitraum jeweils rund 50.000 Mitglieder verloren und liegen mittlerweile beide bei etwa 477.000.

Außerdem altern die Parteien: Der Altersschnitt ihrer Mitglieder liegt deutlich über dem der Bevölkerung, der mit 45 Jahren angegeben wird. Die Grünen kommen diesem Wert mit einem Durchschnittsalter von 48 noch am nächsten – schon deutlicher ist der Abstand zu FDP (Altersschnitt von 53 Jahren), CDU, CSU und SPD (je 59) sowie Linkspartei (60 Jahre). Darauf gemünzt ist auch ein Zitat des Hamburger Parteienforschers Elmar Wiesendahl: „Die Parteien haben den Charme von Altersheimen.“

Es klingt also alles andere als verlockend, sich einer Partei anzuschließen. Und trotzdem gibt es junge Menschen, die „Jetzt erst recht“ sagen. Auf sie setzen auch die Parteispitzen, wenn der Straßenwahlkampf in die heiße Phase geht. Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat für seine Partei eine einfache Rechnung aufgemacht: 2005 haben 20 Millionen Deutsche SPD gewählt, 2009 nur noch zehn Millionen. Mit einem sehr persönlichen Tür-zu-Tür-Wahlkampf will Steinbrück zumindest die Hälfte der verlorengegangenen Wähler zurückgewinnen, um doch noch Kanzlerin Angela Merkel zu stürzen.

In Recklinghausen kann er auf Elena Colmsee zählen, 18 Jahre alt und frisch bei den Jusos. Und die Schülerin ist nicht die einzige, die gerade jetzt in eine Partei eingetreten ist. Cisem Akel (23) verstärkt seit zwei Monaten die Kölner Grünen, Martin Daehnrich (21) plant Wahlkampfaktionen für die Linken in Berlin und Mahmut Eglimez (22) engagiert sich in der CDU Remscheid. Handelsblatt Online stellt diese vier Neumitglieder vor.

Kommentare (43)

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eksom

07.08.2013, 10:39 Uhr

Der Junge mann hat wohl noch nicht mitbekommen, dass gerade die CDU die Anzahl der muslimischen Türken mit allen Mitteln um 50% reduzieren wollte!?
Traumtänzer in der CDU...

Account gelöscht!

07.08.2013, 10:47 Uhr

Ach lassen wir sie doch... Die wahre Tortur steht denen noch bevor: bis die sich in den Parteien zu irgend etwas mit wirklicher Entscheidungsbefugnis hochgedient, gestrampelt und co haben, liege ich im Sarg. (Und die meisten hier Kommentierenden auch, und das Handelsblatt als gedruckte Zeitung wird nur noch eine Erinnung bei Wikipedia sein.)

Banksterbasher

07.08.2013, 10:48 Uhr

Ich finde es gut wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund engagieren. Doch Mahmut Eglimez argumentiert für eine doppelte Staatsbürgerschaft, sein Argument ist aus Sicht der Deutschen genau umgekehrt. Man muss sich halt auch mal entscheiden. Dazu gehört gewisse Dinge mit Vor- und Nachteilen anzunehmen. Sofern jemand mit dem Herzen Türke ist, dann soll er gefälligst türkischer Staatsbürger bleiben.

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