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05.09.2013

17:21 Uhr

Im Wahlkampf

SPD und Grüne schicken Länderfürsten vor

Das Signal ist nicht zu übersehen: SPD und Grüne fliegen zum Wahlkampfendspurt ihre Länderfürsten nach Berlin ein. Die Trendwende soll mit aller Macht erzwungen werden – zumal sich eine neue Schwachstelle auftut.

Rot-Grüne Wahlkämpfer unter sich (v.l.): Hannelore Kraft, Winfried Kretschmann, Peer Steinbrück, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin. dpa

Rot-Grüne Wahlkämpfer unter sich (v.l.): Hannelore Kraft, Winfried Kretschmann, Peer Steinbrück, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.

BerlinRot-Grün liegt nach allen Meinungsumfragen weit hinter Schwarz-Gelb – da können die Wahlkämpfer im Bund Schützenhilfe aus den Ländern gut gebrauchen. „Wir werden die letzten 17 Tage kämpfen“, verspricht SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Doch Kopfzerbrechen bereitet den Sozialdemokraten, dass jetzt auch noch die lange Zeit erfolgsverwöhnten Grünen in den Umfragen schwächeln.

Das ZDF-„Politbarometer“ sieht die Grünen derzeit bei zehn Prozent. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was die Partei vor zwei Jahren als Folge der Fukushima-Katastrophe vorweisen konnte. Zwar lässt sich Spitzenkandidat Jürgen Trittin keinerlei Nervosität anmerken und gibt sich beim Strategietreffen mit der SPD demonstrativ gelassen. „Wir haben bei den Umfragen in diesem Lande schon ganz erstaunliche Entwicklungen gehabt“, sagt er.

Doch die mageren Werte werfen natürlich Fragen nach der Strategie der Grünen auf. Ganz offenbar ging das Kalkül, mit einem sozialen Profil zu punkten, nicht so richtig auf. Denn für die nötigen Investitionen in der Bildungs- und Sozialpolitik wollen die Grünen Steuern erhöhen – was die gut situierte Klientel der Partei kaum begeistern dürfte.

„Natürlich sind solche Steuer-Wahlkämpfe nicht einfach“, räumt Winfried Kretschmann mit Blick auf das unliebsame Thema ein. Dem grünen Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg wird nachgesagt, dass er seit jeher unglücklich ist mit der Strategie, im Wahlkampf ganz auf sozialen Themen und Steuern zu setzen. Bei dieser Schwerpunktsetzung, so ist seit langem zu hören, sei der Landesfürst aus dem Südwesten im Streit dem Spitzenkandidaten Trittin unterlegen. Nun trägt er die Steuerbeschlüsse zähneknirschend mit und hofft, „dass Ehrlichkeit in der Politik belohnt wird“, wie er in Berlin sagt.

Trotzdem schwenken die Grünen im Wahlkampfendspurt um. Trittin redet dieser Tage kaum noch über das Konzept für Steuererhöhungen, sondern setzt wieder ganz auf die Stammthemen der Partei. Die ins Stocken geratene Energiewende prangert er an, und den Rekordausstoß bei den Treibhausgasen. Beim Länderrat am Samstag in Bamberg wird zudem der Kampf gegen das massenhafte Ausspähen von Daten ein Thema sein.

Kommentare (9)

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05.09.2013, 17:57 Uhr

Was bleibt den beiden Parteien anderes übrig als die Landesfürsten zu aktivieren, bei DEM Bundespersonal?

Der verbrauchte Alt-Kommunist, Verbietepapst und Enteigner Trittin wird eben durch den noch medial unverbrauchten Alt-Kommunisten, altväterlich-pädagogischen Kretschmann ersetzt, der zwar gerade Baden-Württemberg (schon sichtbar) herunterwirtschaft hat, aber noch ohne daß dies in den Medien ein Thema wäre.

Ähnliches gilt für Kraft. Sie hat zwar in den (bekanntermaßen gründominierten) Medien noch ein gut-gepflegtes Image, aber NRW total heruntergewirtschaft und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Sicht. Dient halt als kleine pseudosoziale Beilage bei dem soziale Kälte ausstrahlenden Bankersnachkommen Steinbrück.

Wenn das also die "Poster-Childs" der Grünen und Roten sind - sozusagen die Rettungstruppe, dann gute Nacht Deutschland.
Die Wohltaten werden versprochen, die Rechnung dann nachgeliefert.

Account gelöscht!

05.09.2013, 18:05 Uhr

Beim Wahlometer stehen die Grünen übrigens immerhin noch bei 11.5% (nicht 10% wie beim ZDF) und das obwohl mit der AfD dort mit 10.8% ein weiterer Konkurrent am Wählerkuchen knabbert (der bei den Umfragelügen-Instituten noch vernachlässigbar ist).

http://wahl-o-meter.com/Willkommen.html

DINO

05.09.2013, 18:08 Uhr

ROT/GRÜN, nein DANKE !

Jetzt rächt sich die fehlende seriöse, konsequente Aufarbeitung der LOBBY-Vergangenheit. Auch personell !!!

Zu spät !

NACH der BT-WAHL :
Ein Tipp an die SPD-Basis, fangt endlich an euren "Laden" aufzuräumen, sonst wird es noch dramatischer !

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