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13.01.2006

13:49 Uhr

In den USA gefeiert, in Deutschland gelobt

Angela im Glück

Angela Merkel im Höhenflug: Bei ihrer Amerika-Reise feiert die US-Prominenz die Kanzlerin begeistert und amüsiert sich prächtig über Ossi-Witze und den sächsischen Dialekt. Auch in Deutschland ist die CDU-Chefin so beliebt wie nie zuvor und schafft es sogar, Wirtschaftsoptimismus unter den Bundesbürgern zu verbreiten.

Jetzt beliebteste Politikerin in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: dpa

Jetzt beliebteste Politikerin in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es erstmals auf Platz eins der Liste der zehn beliebtesten Politiker in Deutschland geschafft. Bei der Bewertung nach Sympathie und Leistung erreiche sie im jüngsten ZDF-Politbarometer einen Wert von 2,2. Im Dezember hatte sie mit der Note 1,7 auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf noch auf Rang drei gelegen. Jetzt überholte Merkel den SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).

Auch die wirtschaftliche Zukunft sehen die Bundesbürger so rosig wie seit fünf Jahren nicht mehr: Laut Umfrage glauben mittlerweile 42 Prozent der Befragten, dass es mit der Wirtschaft in Deutschland wieder aufwärts geht. Im Dezember waren es nur 32 Prozent. Dass es weiter abwärts geht, meinen nur noch 14 Prozent der Interviewten - nach 20 Prozent im Dezember. 43 Prozent sehen die Lage als unveränderte an. Im Dezember taten dies noch 47 Prozent.

Vom USA-Besuch der Bundeskanzlerin erwarten sich 39 Prozent der Befragten eine Verbesserung des Verhältnisses. Dabei wollen 48 Prozent am aktuellen Stand der Beziehungen festhalten, 31 Prozent plädierten für eine Vertiefung und 18 Prozent für eine künftige Lockerung der Beziehungen zu den USA.

Wie es aussieht, ist Merkel auf dem besten Weg, die Erwartungen ihrer Landsleute zu erfüllen. Bei ihrem ersten Washington-Besuch als Regierungschefin wurde sie von der US-Prominenz begeistert empfangen. Die Deutsche Botschaft hatte alle Mühe, die Gäste im großen Saal der Residenz unterzubringen, die die Frau nun aus nächster Nähe sehen wollten. Botschafter Wolfgang Ischinger sagte gar, dass er noch nie so viele Gäste an einem Abend begrüßen konnte - darunter die Politikveteranen Madeleine Albright, Colin Powell, Zbigniew Brzezinski und Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan.

Dabei weiß die Kanzlerin auch ihre ostdeutsche Herkunft geschickt einzusetzen. Beim Abendessen mit den ranghohen Gästen in der Botschaft bot sie ihrer Tischgesellschaft eine Lehrstunde in Sächsisch an und löste damit schallendes Gelächter aus.

Der Tischherr, der ehemalige US-Außenminister Colin Powell, habe sie sorgenvoll gefragt, ob sie bei dem Abendessen in der Vertretung zum Auftakt ihres Antrittsbesuchs in den USA eine mehrstündige Grundsatzrede auf Deutsch halten wolle, sagte Merkel zu Beginn ihres Auftritts. „Ich habe ihm angeboten, das Ganze in sächsischem Akzent zu machen, um seine Deutschkenntnisse auf besondere Weise zu überprüfen“, fügte sie augenzwinkernd hinzu. „Es schien mir dann doch, dass er darauf keinen Wert legt.“

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